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Aviva Investors Real-Assets-Studie: Das sind die Highlights

Mittlerweile berücksichtigen mehr als neun von zehn institutionellen Real-Assets-Investoren Nachhaltigkeitsaspekte. Neben dem Wunsch nach höherer Diversifikation hat zuletzt ein weiteres Motiv bei Großanlegern stark an Bedeutung gewonnen.

Daniel McHugh, Chief Investment Officer, Real Assets bei Aviva Investors
Daniel McHugh, Chief Investment Officer, Real Assets bei Aviva Investors
© Aviva Investors

Mehr als neun von zehn (93 Prozent) der institutionellen Investoren weltweit berücksichtigen ESG und Nachhaltigkeit aktiv bei ihren Investitionsentscheidungen im Bereich Real-Assets. 17 Prozent unter den Befragten betrachten ESG als einen ausschlaggebenden Faktor, ist der neuesten Studie von Aviva Investors, der global tätigen Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva, zu entnehmen.

Umfangreiche Studie
Die Ergebnisse sind Teil der fünften Ausgabe der jährlichen „Real-Assets-Studie“ von Aviva Investors, für die 500 institutionelle Anleger aus der ganzen Welt befragt wurden – darunter Pensionsfonds, Versicherer, globale Finanzinstitute und öffentliche Einrichtungen. Die Befragten repräsentieren insgesamt ein Vermögen von mehr als 3,5 Billionen US-Dollar.

Höheres Exposure geplant
Die Studie von Aviva Investors, einer der Sponsoren des 14. Institutional Money Kongresses 2023, der von 18. bis 19. April 2023 in Frankfurt stattfindet, ergab zudem, dass fast zwei Drittel (64 Prozent) der institutionellen Anleger planen, ihre Investitionen in Real-Assets innerhalb der nächsten zwei Jahre zu erhöhen, 46 Prozent der Befragten sogar um bis zu zehn Prozent. Die höchsten Allokationen weisen Anleger in Nordamerika auf, wo fast ein Viertel mehr als 20 Prozent des Portfolios in Real-Assets hält. Im europäischen Raum trifft dies auf 19 Prozent der Investoren zu, im asiatisch-pazifischen Raum auf 17 Prozent.

Diversifikation, aber auch Schutz für Inflation
Während Diversifizierung laut 57 Prozent der Befragten der Hauptgrund für Investitionen in Real-Assets bleibt, wird das Potenzial für inflationsgeschützte Erträge zunehmend zum Treiber für diese Allokation. So zeigen die  Forschungsergebnisse von Aviva Investors, dass 53 Prozent der Befragten in Sachwerte investieren, weil sie damit inflationsgeschützte Erträge erzielen können – vor drei Jahren waren dies noch 33 Prozent.

Vor dem Hintergrund, dass sich inzwischen die Hälfte der institutionellen Anleger zu Netto-Null-Zielen verpflichtet hat, investieren 28 Prozent der Befragten in Real-Assets, um deren positive ESG-Auswirkungen zu nutzen. Vor drei Jahren traf dies nur auf 17 Prozent zu.

"Die Inflation hatte im Jahr 2022 akute Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Anlageumfeld: die Absicherung mittels traditioneller Anlageklassen wurde immer teurer, während steigende Zinssätze die Renditen schmälerten. Die Fähigkeit von Real-Assets, inflationsgeschützte Erträge zu erwirtschaften, hat den Anlegern die Attraktivität dieser Strategien über die reine Diversifikation hinaus vor Augen geführt. Sie spielen nun eine wichtige Rolle in den Gesamtportfolios und bieten den Anlegern eine breite Palette an Chancen mit unterschiedlichem Risiko und eingebautem Inflationsschutz", erklärt Daniel McHugh, Chief Investment Officer, Real Assets, bei Aviva Investors. "Die Studie zeigt, dass die Nachfrage auch darin begründet liegt, dass die positiven Auswirkungen über die Rendite hinaus gut zu bewerten sind – wie etwa der Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen."

ESG und Renditen kombinieren
Die Real-Assets-Studie von Aviva Investors ergab zudem, dass sich 67 Prozent der institutionellen Anleger in der Verantwortung sehen, nachhaltig zu investieren. Unternehmenswerte (61 Prozent) und Risikomanagement (59 Prozent) sind beide wichtige Faktoren für Pensionsfonds. Dennoch bevorzugen mehr als drei Viertel (79 Prozent) einen Fonds oder eine Strategie, bei der zwar die finanzielle Rendite im Vordergrund steht, aber gleichzeitig ESG-Faktoren berücksichtigt werden. Diese Präferenz für einen ertragsorientierten Ansatz gilt für 90 Prozent der Investoren in Nordamerika, verglichen mit 71 Prozent der europäischen und 82 Prozent der asiatischen Investoren. 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Investitionen in die Energiewende auch die besten finanziellen Renditen erzielen und 50 Prozent sehen darin gleichzeitig den besten ESG-Effekt.

Hürden zu überwinden
Nach den größten Hindernissen für eine Erhöhung der Real-Assets-Allokation in den kommenden zwölf Monaten gefragt, ergibt sich folgendes Bild: 53 Prozent sehen Schwierigkeiten, günstige Gelegenheiten zu finden; für 50 Prozent sind Transaktionskosten ebenso wie Bewertungen die größten Herausforderungen.

Die Befragten sehen außerdem Greenwashing als größtes Risiko (52 Prozent) bei Investitionen in nachhaltige Sachwerte an, noch vor Bewertungssorgen (44 Prozent). Das Thema Illiquidität (69 Prozent) stellt jedoch die größte Sorge bei Investitionen in Sachwerte im Allgemeinen dar, während das Bewertungsrisiko (57 Prozent) insbesondere unter Pensionsfonds (61 Prozent). kritisch betrachtet wird.

Neue Risiken drohen
McHugh ergänzt: „Während Bedenken hinsichtlich hoher Bewertungen bei den diesjährigen Antworten eine wichtige Rolle spielen, sehen nur 22 Prozent der institutionellen Anleger klimabezogene Überalterung von Sachwerten als das größte Risiko an. Derzeit werden neue Faktoren wie diese, die für die Anleger ein erhebliches Risiko darstellen, in den Kapitalbewertungsmodellen nicht angemessen berücksichtigt. Das muss sich ändern. Da der Markt Vermögenswerte durch eine Netto-Null-Brille betrachtet, könnten selbst erstklassige Vermögenswerte anfällig werden. Die Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, wie schnell - und in welchem Umfang - sich die Veralterung beschleunigen könnte und welche Auswirkungen dies auf die Portfolios haben könnte.“

Wo investiert wird
Betrachtet man die verschiedenen Sektoren innerhalb der Real-Assets, so sind Immobilienaktien bei den Anlegern am beliebtesten und machen 30 Prozent der Allokationen aus. Dieser Anteil ist gegenüber 31 Prozent vor zwei Jahren gesunken und wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren auf demselben Niveau bleiben. Im Gegensatz dazu gewinnen Infrastrukturaktien an Zugkraft, wobei institutionelle Anleger ihre Allokationen in diesem Bereich am ehesten erhöhen dürften – laut der Studie von 12 Prozent vor zwei Jahren auf heute 13 Prozent und in zwei Jahren auf 14 Prozent. Direktinvestitionen (46 Prozent) sind der bevorzugte Weg zum Markt, gefolgt von Multi-Asset-Pool-Fonds (40 Prozent) und Single-Asset-Class-Pool-Fonds (32 Prozent).

Moderne Herangehensweise erfordert versierte Asset Manager
McHugh erklärt abschließend: „Es liegt auf der Hand, dass die Anleger von Real-Assets die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten schätzen, die ihnen zur Verfügung stehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Allokation auf die einzelnen Anlageklassen innerhalb von Real-Assets isoliert betrachtet wurde. Stattdessen suchen die Anleger oft nach einem Multi-Asset- und ergebnisorientierten Ansatz, der mit den Unternehmenswerten in Einklang gebracht werden kann. Da 81 Prozent der Anleger den Performance-Track-Record als wichtigstes Kriterium bei der Auswahl eines Real-Asset-Managers für ein nachhaltiges Mandat nennen, ist es enorm wichtig, dass sie sich für einen Vermögensverwalter entscheiden, der Entscheidungen auf Basis von Relative-Value-Analysen treffen kann und der auch die Herausforderungen beim Erreichen langfristiger ESG-Ziele versteht.“ (aa)

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