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Aktive Manager zeigen sich unbeeindruckt vom ETF-Boom

Laut einer Studie des britischen Beratungshauses Blackwater Search & Advisory zeigen sich Fondshäuser, die ausschließlich aktiv gemanagte Fonds anbieten, unbeeindruckt vom anhaltend hohen Wachstum der ETF-Branche. Sie schauen aber mit Argwohn auf die Produktstrategie ihrer Mitbewerber.

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© WrightStudio / stock.adobe.com

In Europa fließen nach wie vor rekordverdächtige Anlagesummen in Exchange Traded Funds. Trotz dieses immensen Wachstums nehmen Fondshäuser, die ausschließlich aktiv gemanagte Fonds anbieten, das ETF-Vehikel nicht als Bedrohung für ihr eigenes Geschäft wahr. Das belegen die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage von Blackwater Search & Advisory, einem auf ETFs und digitale Assets spezialisierten Beratungs- und Personalvermittlungshaus. Rund 80 Prozent von mehr als 100 befragten europäischen Asset Managern ohne ETF-Angebot zeigen sich nicht nur unbesorgt ob des starken Wachstums der ETFs, sie erachten es auch nicht als "Business Case" fürs eigene Geschäft, selbst zum Anbieter von passiven Fondsvehikeln zu werden.

Diese vermeintliche Sicherheit auf Seiten der aktiven Manager steht allerdings in einem klaren Gegensatz zu deren Erwartungen in Bezug auf die Strategien ihrer direkten Wettbewerber. "Mehr als die Hälfte der befragten europäischen Investmentfondsmanager glaubt, dass ihre Konkurrenten irgendwann ein ETF-Angebot auf den Markt bringen werden, trotz Hürden wie tägliche Offenlegungspflichten, zu viel Konkurrenz und Kosten", erklärt Michael O'Riordan, Gründer von Blackwater Search & Advisory, die Befragungsergebnisse und fügt hinzu: "Wenn man sich den Erfolg von ETFs anschaut, ist die Versuchung groß, sich von deren Prosperität in den USA ablenken zu lassen und einfach anzunehmen, dass Europa in die gleiche Richtung folgen wird."

In Europa fehlt der steuerliche Rückenwind
O'Riordan vermutet dahinter die simple Annahme, dass es nur eine Frage der Zeit sein werde, bis Europa eine der US-Situation vergleichbare Entwicklung nachvollziehen werde. "Das muss aber keineswegs so sein", warnt der Brite. Denn der US-Markt profitiere von einem Rückenwind, den es in Europa einfach nicht gebe. Das ergebe sich zum einen aus der Tatsache, dass ETFs in den USA ein steuereffizienteres Vehikel sind als aktiv gemanagte Investmentfonds.

Auch der Umstand, dass es das Modell der Retrozessionsgebühr in den USA nicht gebe, nivelliere das Spielfeld zwischen ETFs und Investmentfonds im US-Markt deutlich. Laut der Blackwater-Umfrage sind fast vier von zehn Befragten der Meinung, dass das in den meisten europäischen Ländern eingeführte Retrozessionsmodell sogar der Hauptgrund dafür ist, dass das Wachstum von ETFs auf dem alten Kontinent gebremst wird.

Trotz vieler Bemühungen, den Markt über ETFs aufzuklären, sind zudem fast 60 Prozent der Investmentfondsmanager der Meinung, dass ihr Unternehmen noch nicht genug über diese Vehikel weiß. O'Riordan nennt vor diesem Hintergrund noch weitere wesentliche Unterschiede, die Aufschluss darüber geben, warum europäische Vermögensverwalter eine ganz andere Meinung zu ETFs vertreten als ihre amerikanischen Pendants.

Zudem seien in den USA – im Gegensatz zu Europa – nicht-transparente ETFs erlaubt. Das ermögliche es einem US-Manager, seine aktiv gemanagten Flaggschiffe in ETF-Form an den Markt zu bringen, ohne sich dem Risiko des Front-Runnings auszusetzen. (hh)

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