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0,01 Prozent: So unwahrscheinlich ist ein "echter" Crash

Kurz vor dem Jahreswechsel grassiert unter Investoren die Angst vor einem Börsencrash in 2020. Die Wahrscheinlichkeit ist aber minimal, sagt Anlageprofi Wieland Staud.

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© Rido / stock.adobe.com

Die Prognosen für das Aktienjahr 2020 könnten unterschiedlicher nicht sein: Die einen raten mit Nachdruck unbedingt zur Aktienanlage, die anderen sehen den größten Crash aller Zeiten kommen. Wieland Staud, Charttechniker und Geschäftsführer von Staud Research in Bad Homburg, rät Anlegern in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zur nüchternen Reflektion. Sie sollten sich Gedanken machen, was überhaupt mit Crash gemeint ist, bevor sie sich für ein Lager entscheiden. "Ich kenne keine Definition, die von allen geteilt würde", sagt der Anlageprofi.

Verluste von 20 oder 30 Prozent sind für Staud noch lange kein Crash – sonst hätte es 2018 schon einen gegeben. Für ihn "crasht" ein Aktienmarkt erst dann, wenn er völig ohne Vorankündigung wenigstens ein Viertel seines Wertes verliert und Anleger objektiv keine Chance haben, etwa mit einer Stop-Loss-Order halbwegs unbeschadet aus ihren Positionen herauszukommen.

Wahrscheinlichkeit ist minimal
Bei rund 18.000 Börsentagen in den vergangenen sieben Jahrzehnten sei das laut Staud nur ein einziges Mal der Fall gewesen – und zwar im Oktober des Jahres 1987. Die Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash betrage demnach weniger als 0,01 Prozent. "Das muss man sich als Anleger immer vor Augen halten, wenn wieder einmal die Angst vor diesem einen Tag geschürt wird, der alles auslöscht", sagt Staud. Für Analysten, zumindest solche von der seriösen Sorte, gebe es wiederum keine Rechtfertigung, ein Ereignis anzukündigen, das eine derart geringe Eintrittswahrscheinlichkeit hat. "Dafür reicht kein Instrumentarium dieser Welt – auch kein Quantencomputer." (fp)

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