Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Mit Weitblick: Chancen nachhaltig nutzen

Ad

Für uns sind Nachhaltigkeitskriterien Teil eines umfassenden Risikomanagements. Deshalb entwickeln wir nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft. Wir arbeiten für Ihr Investment

Anzeige
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Zu hohe Pensionslasten: Verbraucherzentrale steht vor der Pleite

Eigentlich beraten sie Kunden zu einer Vielzahl von rechtlichen und finanziellen Themen – insbesondere, wenn ihnen eine Überschuldung droht. Die Bremer Verbraucherschützer benötigen im Moment aber selbst dringend Rat: Ihr Arbeitgeber ist insolvent.

friedberg_geschlossen.jpg
© Friedberg / stock.adobe.com

Die Verbraucherzentrale Bremen hat Insolvenz angemeldet – oder, wie es offiziell heißt: Es wurde eine "Restrukturierung in Eigenverwaltung initiiert". Mithilfe eines Insolvenzplans wolle man sich wirtschaftlich neu aufstellen und so drohende sozialversicherungsrechtliche Ansprüche aus Altersvorsorgeverpflichtungen abwenden. Die laufenden Geschäfte und das Beratungsangebot vor Ort in Bremen sowie in Bremerhaven blieben aber bestehen, so die Zentrale, die sich mit den Außenstellen in den anderen Bundesländern in der Dachorganisation Verbraucherzentrale Bundesverband zusammengeschlossen hat. Auch Entlassungen seien keine geplant.

Der Grund für diesen drastischen Schritt sind "nicht ausreichend versicherte Verpflichtungen, die sich auf die Beschäftigungsverhältnisse auswirken", wie es kryptisch in einer Pressemitteilung heißt. Um die finanzielle Leistungsfähigkeit der Verbraucherzentrale dauerhaft gewährleisten zu können, müssten arbeitsrechtliche Vertragsinhalte im Rahmen des Sanierungsverfahrens neu geregelt werden. "Wesentliches Ziel der Restrukturierung ist dabei die bilanzielle Bereinigung dieser Risiken."

Zu niedrige Betriebsrenten angesetzt
Deutlicher formuliert es der "Weser-Kurier": Die Verbraucherzentrale habe schlicht Fehler in ihren Arbeitsverträgen gemacht. Laut der Zeitung seien Mitarbeiter offenbar vor Jahren dem falschen Versorgungswerk zugeordnet worden und hätten dadurch nun Anspruch auf höhere Ruhegelder, als ihnen – bei einer korrekten Zuordnung – zugestanden hätte. Die Verbraucherzentrale habe aber offenbar irrigerweise nur die Summen für die niedrigeren kalkulatorischen Betriebsrenten zurückgestellt. Nun klafft eine entprechend große Lücke – wie groß, dazu habe sich niemand von der Verbraucherzentrale äußern wollen.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) ergänzt, dass auslaufende Förderungen für Bundesprojekte wie den "Finanzmarktwächter" keine Rolle bei der Entstehung des finanziellen Dilemmas der Norddeutschen gespielt hätten. Die Verbraucherzentrale Bremen – eine der bundesweit kleinsten – verbuchte 2017 offiziell Einnahmen in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro. Davon stammten 56 Prozent aus Projektmitteln vom Bund und 19 Prozent aus Zuwendungen vom Bund oder dem Land Bremen. 14 Prozent des Geldes kommen aus einer institutionellen Förderung, und nur zehn Prozent der Einnahmen generierten die Verbraucherschützer durch eigene Beratungsleistungen selbst. 2017 hatten sie 19.238 Beratungen durchgeführt, wovon der größte Teil auf allgemeine Fragen des Verbraucherrechts entfiel. (jb/ps)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen