WTW-Pensionskassentag liefert ein klares Signal!
Eine eindeutige Botschaft des 14. WTW Pensionskassentages lautet: Institutionellen sind Rechtssicherheit und Bürokratieabbau wichtiger als neue Fördermodelle. Die befragten Praktiker fordern statt neuen Modellen zunächst Klarheit über die bestehenden Spielregeln.

Eckpunkte:
- Pensionskassen fordern Rechtssicherheit: Bürokratieabbau wichtiger als neue Fördermodelle
- Die neuen Möglichkeiten bei den Bedeckungsvorschriften werden von den teilnehmenden Experten für viele Pensionskassen als große Chance begriffen.
- Neue Förderung durch das Altersvorsorgereformgesetz wird in der betrieblichen Altersversorgung als Potenzial bewertet.
Die Pensionskassenbranche hat eine klare Botschaft an die Politik: Wichtiger als neue Reformvorhaben sind vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Das zeigt eine Live-Umfrage unter rund 50 Vertreterinnen und Vertretern führender Pensionskassen auf dem 14. WTW Pensionskassentag in Frankfurt. 59 Prozent der Befragten wünschen sich von der Bundesregierung in erster Linie Rechtssicherheit und Bürokratieabbau – deutlich vor allen anderen Reformoptionen. Die Veranstaltung von WTW brachte Vertreter von rund 20 Pensionskassen aus unterschiedlichsten Branchen zusammen.
Verlässlichkeit ist das Wichtigste
Das Ergebnis ist laut WTW ein deutliches Signal: Während die politische Diskussion um neue Fördermodelle und Produktwelten an Fahrt gewinnt, fordert die Praxis zunächst Klarheit über die bestehenden Spielregeln. „Die Pensionskassen haben derzeit eine Vielzahl von regulatorischen Anforderungen zu bewältigen, die Kapazitäten binden und strategische Entscheidungen erschweren. Für eine Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung braucht die Branche verlässliche und vereinfachte Spielregeln", sagt Hanne Borst, Leiterin Retirement Deutschland bei WTW.
Neue Bedeckungsvorschriften werden begrüßt
37 Prozent der Teilnehmenden sehen in den neuen Bedeckungsvorschriften eine große Chance – vorausgesetzt, die Aufsichtsbehörde begleitet die Umsetzung konstruktiv. Die neuen Regelungen ermöglichen es Pensionskassen erstmals, vorübergehende Unterdeckungen im Sicherungsvermögen zu tolerieren – eine Flexibilität, die bislang nur Pensionsfonds offenstand. Erste Kassen sind laut WTW bereits in konkreter Abstimmung mit der BaFin.
Mit jeweils 19 Prozent folgen die neue Förderung durch das Altersvorsorgereformgesetz sowie Verbesserungen bei den Sozialpartnermodellen.
Neue staatliche Förderung bietet sowohl Chancen als auch Risiken
Über diejenigen Pensionskassen hinaus, welche die Riesterförderung bereits heute schon anbieten, begreifen knapp 40 Prozent der Teilnehmer diese Form der Förderung als spannende Chance, während 60 Prozent der Befragten die neue Förderung des Altersvorsorgereformgesetzes zurückhaltend bewerten.
Die Branche beobachtet die Entwicklung aufmerksam, insbesondere wie sich die Konkurrenz zu den geförderten privaten Vorsorgeverträgen entwickeln wird. „Das Altersvorsorgereformgesetz setzt neue Impulse, aber die entscheidende Frage bleibt, ob die Rahmenbedingungen stimmen, damit diese Impulse in der Praxis auch ankommen. Pensionskassen sind bereit, neue Wege zu gehen, wenn der regulatorische Boden dafür bereitet ist", sagt Borst.
Live-Umfrage unter Pensionskassen-Managern
Die Ergebnisse basieren auf einer Live-Umfrage unter rund 50 Vertreterinnen und Vertretern von Pensionskassen auf dem 14. WTW Pensionskassentag am 9. Juni 2026 in Frankfurt am Main. Der WTW Pensionskassentag findet seit 2013 jährlich statt und bringt Entscheidungsträger aus Pensionskassen sowie Vertreter von Aufsichtsbehörden und Verbänden zusammen. (aa)


