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Was passiert mit dem vielen Geld, das neu geschaffen wird?

Nicht erst seit dem Urteil des Deutschen Bundesverfassungsgerichtes wird die Ausweitung der EZB-Bilanz, die aktuell hauptsächlich über Anleihekäufe erfolgt, mit Argusaugen beobachtet. Immer häufiger wird die Frage gestellt, ob diese Ausweitung der Geldmenge nicht ein enormes Inflationsrisiko birgt.

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© Carsten Reisinger / stock.adobe.com

Auch bekennende Nicht-Monetaristen müssen zugestehen, dass Inflation ein monetäres Phänomen ist. Die Geldmenge, multipliziert mit der Umlaufgeschwindigkeit, muss dem nominalen Wert aller gehandelten Güter und Dienstleistungen innerhalb eines Zeitraums entsprechen. Steigt die Geldmenge bei konstanter Umlaufgeschwindigkeit und konstanter Warenmenge, dann muss das Preisniveau steigen – es kommt zu Inflation.

Was genau ist "Geld"?
Diese Frage ist alles andere als trivial, meinen die Experten der DWS Group. Damit Inflation entsteht, muss zu viel "Geld" also auch tatsächlich auf zu wenige Güter und Dienstleistungen treffen. Beim Einkauf kann man natürlich mit Bargeld bezahlen, oder mit EC-Karte, oder auch auf Kredit. Erspartes auf einem Termingeldkonto, das ein Sparer über Jahre fortwährend prolongiert, ist in diesem Sinne nicht der "Geld"-Menge zuzurechnen. Schließlich stehen solche Ersparnisse nicht unmittelbar für Ausgaben zur Verfügung. Genauso wären Bargeldbestände zu qualifizieren, die über Jahre in einem Tresor gesichert liegen und nicht ausgegeben werden. Anders wäre es hingegen mit einem Aktienpaket, mit dem jemand auf die im nächsten Jahr geplante Anschaffung eines Sportwagens spart.

Eurozone achtet auf Geldmengenaggregat M3
Solche Überlegungen gehören zu den Gründen, wieso in der Eurozone nach wie vor stark auf das breite Geldmengenaggregat M3 geachtet wird. Anders als engere Kenngrößen beinhaltet es alle oben genannten "Geld"-Typen, bis auf Aktienpakete.

Ausweitung der Zentralbankbilanzen muss nicht zwangsläufig zu Inflation führen

Wie aus dem Chart hervorgeht, ist die Geldmenge M3 seit 2009 nicht annähernd so stark gewachsen wie die EZB-Bilanz. Erstere ist über mehrere Jahre im letzten Jahrzehnt sogar stagniert, denn viel von der angeblichen EZB-Geldschwemme ist gar nicht in der Realwirtschaft angekommen. Dies erklärt auch, warum der unterliegende Inflationstrend, gemessen an der Kerninflationsrate, heute gleich hoch ist wie vor zehn Jahren. Bevor sich das ändert, müsste wohl erst das breite Geldmengenaggregat M3 beginnen, mit ähnlichen Steigerungsraten zu wachsen wie die Zentralbankbilanz, meinen die experten der DWS. (kb)

 

 

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