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Vorsorgebatte: FDP will Aktieninvestments zur Pflicht machen

Weil das deutsche Rentensystem an seine Belastungsgrenzen stößt, möchten die Liberalen es um eine "gesetzliche Aktienrente" ergänzen. Dafür soll wie in Schweden ein Fonds aufgebaut werden, in den die Bundesbürger dann zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens fließen lassen müssen.

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© Matthias Stolt / stock.adobe.com

Der Rentenexperte der FDP, Johannes Vogel, und der Fraktionsvize der Partei im Bundestag, Christian Dürr, sehen das deutsche Rentensystem an seine Belastungsgrenze gekommen und für die Alterung der Gesellschaft nicht mehr gerüstet. Daher möchten die Liberalen das System der deutschen Alterssicherung nach schwedischem Vorbild reformieren und um eine "gesetzliche Aktienrente" erweitern. Dies berichten diverse Medien, darunter die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Der Vorschlag der FDP sehe nicht vor, die betriebliche und private Altersvorsorge zu ersetzen, schreibt die SZ. Stattdessen solle die "Aktienrente" als "verpflichtende" Ergänzung zur gesetzlichen Rente eingeführt werden. Dabei sollen künftig zwei Prozent des Bruttoeinkommens eines jeden Versicherten in die Aktienrente einfließen. Finanziert werden soll die Summe je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Im Gegenzug könne der Beitrag zur gesetzlichen Rente um diesen Anteil gesenkt werden. Unter aktuellen Bedingungen beliefe er sich dann noch auf 16,6 Prozent. 

Ansprüche aus der gesetzlichen Rente würden sinken
Sollte das Projekt tatsächlich umgesetzt werden, würden die Ansprüche aus der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente im Vergleich zu den derzeit geltenden Regelungen zwar sinken. Die FDP stellt aber in Aussicht, dass das kapitalgedeckte System dieses Minus langfristig mehr als ausgleichen wird, berichtet die SZ.

Der Vorschlag der Liberalen orientiert sich am schwedischen Rentenmodell. Das skandinavische Land hat im Jahr 1999 das System der umlagefinanzierten staatlichen Rente und die betriebliche Altersversorgung um einen Pensionsfonds ergänzt, der kurz AP7-Fonds genannt wird. Seitdem müssen Arbeitnehmer 2,5 Prozent ihres Einkommens in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge einzahlen. Die Versicherten können dafür mittlerweile aus einer Vielzahl an zugelassenen Fonds wählen, wie die SZ berichtet.

Auch die FDP will einen Fonds aufbauen
Wer sich nicht selbst ein passendes Produkt aussuchen möchte, zahlt automatisch in den AP7-Fonds ein. Dieser wird von Experten verwaltet, die Politik kann darauf keinen Einfluss nehmen. Auch die Freien Demokraten wollen einen solchen Sammeltopf aufbauen. Dabei sollen, wie in Schweden, für jeden Versicherten entsprechend seiner Einzahlungen individuelle Rentenkonten in der gesetzlichen Aktienrente geführt werden. Auf diese Weise soll verfassungsrechtlich gewährleistet sein, dass es sich quasi um Eigentum der Einzahler handelt. Wie in Schweden soll der Fonds von einer öffentlich-rechtlichen Stelle verwaltet werden.

Der Vorstoß der Liberalen ist nicht der erste dieser Art. Bereits 2015 hatten in Hessen drei Landesressortchefs den Plan für eine "Deutschland-Rente" vorgelegt, erinnert die SZ. Diese soll ein Standardprodukt für jedermann sein, das zum Selbstkostenpreis, ohne eigenes Gewinninteresse und staatliche Eingriffe, von einem zentralen Rentenfonds verwaltet wird. Bislang stecke die "Deutschland-Rente" aber im Bundesrat fest, schreibt die SZ. (am)

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