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Unabhängige Research-Häuser hoffen auf Wachstum durch MiFID II

In der Hoffnung, von den neuen Regeln zu profitieren, stellen Research-Häuser, einschließlich des französischen Unternehmensanleihe-Haus Spread Research, mehr Analysten und Sales-Mitarbeiter ein, während Autonomous Research ein neues, nutzungsabhängiges Preismodell testet.

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Die Offensive spiegelt den Sturm wider, der auf diese Gesellschaften zukommt. Ihnen droht Konkurrenz von globalen Riesen in einem Bereich, den sie zuvor für sich alleine hatten: bezahltes Research. Neue Vorschriften, die Teil einer umfassenden Überarbeitung der  Richtlinie der Europäischen Union über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) sind, verlangen, dass Banken Research in Rechnung stellen müssen, während sie es zuvor den Handelskunden als kostenlose Leistung zur Verfügung gestellt haben. Das zwingt unabhängige Gesellschaften mehr zu tun, um ihren Wert -- und ihre Preise -- zu rechtfertigen. Asset Manager, die seit Jahrzehnten an kostenloses Research gewöhnt sind, prüfen vor Einführung der Vorschriften im Januar, was sie sich leisten können und ob sie die Kosten an ihre Kunden weiterleiten können.

Stellen Asset Manager künftig eigene Analysten ein?

Manches Banken-Research ist so hochwertig, dass damit Kunden von unabhängigen Firmen gewonnen werden können, sagt Gordon Shannon, Fondsmanager bei TwentyFour Asset Management in London. Spezialisten haben nicht zwangsläufig einen Preisvorteil gegenüber dem, was die Banken verlangen, und einige Vermögensverwalter können sich entscheiden, ihre eigenen Analysten einzustellen, statt für Research zu zahlen, sagte er.

Unabhängige haben keine Interessenkonflikte

Aber die Research-Häuser haben einige Vorteile gegenüber den Banken, die durch Beziehungen mit Unternehmensschuldnern oder von ihnen gehaltene Handelspositionen beeinflusst werden können. Mit ihrer Unabhängigkeit können sie den Fonds versichern, dass es bei ihnen keine Interessenkonflikte gibt, so Shannon von TwentyFour AM. Sie verlangen bereits seit Jahren Geld für ihr Research und haben dadurch einen Vorsprung gegenüber Banken, die noch versuchen herauszufinden, was ihre Analysen wert sind. Die Deutsche Bank hat den Preis für ihr Fixed-Income und Makro-Research auf 30.000 Euro pro Jahr für bis zu 10 Benutzer halbiert, nachdem Wettbewerber ihre Preise ebenfalls gesenkt haben. Die von den Banken genannten Preise sind recht unterschiedlich, JPMorgan Chase &Co. plant lediglich 10.000 US-Dollar pro Jahr für Basis-Aktienresearch zu verlangen, und UBS will etwa 40.000 US-Dollar für etwa fünf Nutzer fordern.

Nischenabdeckung

Die unabhängigen Gesellschaften können auch profitieren, wenn die Anleger ihre Nischenabdeckung bevorzugen, statt für eine ganzes Bündel von Research von Banken zu zahlen, sagt Steve Kelly, Sonderberater der Europäischen Vereinigung unabhängiger Research-Anbieter. Banken aus der zweiten Reihe könnten gezwungen werden, Teams zu schließen, so dass Analysten zu bestehenden unabhängigen Gesellschaften wechseln oder ihre eigene gründen, sagte er.

Andere Unabhängige wollen ihre Dienstleistungen angesichts der Unsicherheit verbessern. Spread Research plant, die Zahl ihrer Sales-Mitarbeiter mehr als zu verdoppeln und mehr Unternehmensanleihe-Analysten einzustellen, sagt Senior Vice President Philippe Tastevin. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 15 Personen in Lyon. Spread Research beobachtet außerdem genau die Preise der Banken und ist bereit, diese gegebenenfalls zu unterbieten, sagte er. "Wir positionieren uns aggressiver", sagte Tastevin. "Das ist eine historische Gelegenheit für uns, die Anzahl der Kunden zu steigern."

Unabhängige Research-Firmen stellen ein

Lucror Analytics, eine auf Hochzins-Unternehmensanleihen spezialisierte Gesellschaft, stellt ebenfalls Analysten und Sales-Mitarbeiter ein zur Verstärkung des Teams von gegenwärtig 17 Mitarbeitern, sagt CEO Madhav Kapadia. Transparente Preisgestaltung helfe Investoren, zwischen dem Research auf der Grundlage des Mehrwerts zu unterscheiden und sie potenziell zu unabhängigen Firmen zu treiben, sagte er. Da könnte etwas dran sein. So prüft Chris Perryman von PineBridge Investments, Research-Unternehmen in Betracht zu ziehen, während er sich bisher auf Banken verlassen hat. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, aber für die besseren unabhängigen Firmen könnte MiFID ein Impulsgeber sein. "

Level-Playing Field geschaffen, von dem unabhängige Research-Anbieter profitieren?

Simon Adamson, ein leitender Analyst beim unabhängigen Research-Haus CreditSights, nimmt nichts für selbstverständlich hin. Trotz der "preislichen Wettbewerbsfähigkeit" der Gesellschaft ist er besorgt, dass Banken auf Einnahmen aus anderen Geschäftsteilen zurückgreifen könnten, um ihre Gebühren auf künstliche Niveaus zu senken. "Die Preismodelle, die schließlich für das Sellside-Research herauskommen, werden den Budgetprozess unserer Kunden beeinflussen", sagte Adamson, dessen Unternehmen rund 85 Analysten weltweit und rund 1.000 institutionelle Abonnenten hat. "Grundsätzlich sollte die Veränderung für unabhängige Anbieter gut sein, weil sie einheitliche Wettbewerbsbedingungen schafft, aber gleichzeitig könnte auf uns ein härterer Wettbewerb um die Research-Budgets der Investoren zukommen." (kb)

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