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Überraschung: SPD-Wirtschaftsforum will Riester-Garantie kippen

Der den Sozialdemokraten nahestehende Branchenverband hat Vorschläge zur Verbesserung der Riester-Rente vorgelegt. Darunter ist auch die Forderung nach einer Flexibilisierung der Zusagen zum Kapitalerhalt und einer erhöhten Aktienquote zu finden.

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© _Jakub Krechowicz / stock.adobe.com

Das Wirtschaftsforum der SPD hat sich in die lange Reihe der Personen und Institutionen eingereiht, die Verbesserungsvorschläge zur Riester-Rente gemacht haben. Der den Sozialdemokraten nahe stehende Branchenverband hat nach eigenen Angaben das Positionspapier "Bezahlbar, flexibel,verständlich: Vorschläge zur Reform der kapitalgedeckten Altersvorsorge" erarbeitet. Dieses analysiert, welche Eigenschaften ein attraktives Standardprodukt der kapitalgedeckten Altersvorsorge zukünftig erfüllen muss und wie die bestehende staatliche Förderung angepasst werden kann, um die Verbreitung von Altersvorsorgeprodukten zu steigern. 

Nach Ansicht des Wirtschaftsforums muss ein zukunftsfähiges Riester-Produkt vor allem flexible Garantien haben. "Im aktuellen Niedrigzinsumfeld wirken sich Kapitalerhaltsgarantien besonders ungünstig auf die Wertentwicklung aus. Verpflichtende, einhundertprozentige Garantien – wie aktuell für die Riester-Förderung Voraussetzung – sind daher nicht mehr zeitgemäß", heißt es in dem Papier. Wenn ein vollständiger Kapitalerhalt wegfällt, seien auch Anlagen in Aktien und Fonds mit Aktienanteil möglich. Ähnliche Vorschläge kommen übrigens auch von seiten der Unionsparteien, sodass in diesem Punkt eine Einigung beider Koalitionäre bei einem Standard-Riester-Produkt möglich scheint.

Kaum Beratung
Ein zukunftsfähiges Altersvorsorgeprodukt muss nach Ansicht des Wirtschaftsforums zudem flexibel sein, um sich den bisweilen brüchigen Erwerbsbiographien heutiger Verbraucher anzupassen. So seien befristete Arbeitsverträge, Auslandsaufenthalten und Zeiten der Selbstständigkeit mittlerweile normal. Schließlich solle die Standardisierung dafür sorgen, dass beratungsintensive und komplizierte Wahlentscheidungen entfallen. Allerdings möchte der Verband nicht, dass der Staat selber solche Produkte auflegt, das solle der Privatwirtschaft überlassen bleiben. 

Ferner möchte das Wirtschaftsforum grundsätzlich an der bestehenden Riesterrente festhalten. Eine Nachbesserung sei einem komplett neuen System vorzuziehen. Entscheidend sei aber, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Daher solle das Fördersystem vereinfacht werden, etwa durch ein automatisiertes Zulageverfahren mit Meldung durch die Produktanbieter und den automatischen Datenabgleich zwischen allen relevanten staatlichen Stellen. Der Kreis der Zulageberechtigten solle auf alle unbegrenzt Steuerpflichtigen erhöht werden. Schließlich plädiert das Wirtschaftsforum für eine Erhöhung der staatlichen Zulagen. (jb)

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