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UBS zur ESG-Regulierung: Wie sollen Institutionelle damit umgehen?

Dr. Karsten Güttler von UBS Asset Management sieht als wesentliches Ziel der europäischen ESG-Regulierung eine Lenkung institutioneller Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Investments, denn zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der EU wären 180 Milliarden jährlich nötig.

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Karsten Güttler, UBS Asset Managent, sagt: "Nachhaltigkeit lässt sich heute von Unternehmen als bewusstes Differzierungsmerkmal im Wettbewerb  einsetzen und kann als Treiber von Innovation und Wachstum angesehen werden."
© UBS AM

Wurde früher Nachhaltigkeit als reiner Kostenfaktor betrachtet - man denke nur an das alte Dogma von Milton Friedman, dass die Verantwortung von Unternehmen einzig und allein in der Steigerung des Unternehmensgewinnes liege - hat sich in den letzten gut 20 Jahren viel geändert: Heute sollen Unternehmen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, wie überhaupt eine Firma nur dann eine Berechtigung hat zu bestehen, wenn sie langfristige Akzeptanz in der Gesellschaft besitzt. Nicht mehr die Sicht der Shareholder, sondern der Stakeholder ist gefragt.

Regulierungsmarathon
Unternehmen - und auch die Assekuranz - sollten sich nicht von den vielen aktuellen Regulierungsvorhaben der EU erschlagen fühlen, sondern das Beste daraus machen, so Güttler: "Nachhaltigkeit lässt sich heute als bewusstes Differzierungsmerkmal im Wettbewerb einsetzen und kann als Treiber von Innovation und Wachstum verstanden werden." Hatte alles ursprünglich mit dem "E"-Faktor begonnen, so sei heute die Umsetzung von ESG im Asset Management überaus "G"-(Governance)-lastig. Seien zuerst Renditenachteile beim Einsatz von ESG-Kriterien bei der Vermögensanlage befürchtet worden, so gebe es diese tatsächlich - außer bei ethischen Anlagen -  nicht. ESG werde vielmehr als Teil des Risikomanagements begriffen. 

Der Weg als Ziel
Nachhaltigkeit sei als Spiegelbild der Gesellschaft zu sehen, so Güttler weiter, und erinnerte an die Fridays-for-Future-Bewegung: "Gesellschaftliche Akzeptanz muss sich ein Unternehmen heute bei den Kunden der Zukunft verdienen." Überhaupt gebe es kein festes Ziel, sondern vielmehr ein "Moving Target". Bei dem Aktionsplan der EU-Kommission gehe es um Kapitallenkung mit glaubhaft kommunizierbaren Zielen. Eine Verbesserung der Glaubwürdigkeit der Finanzindustrie soll erreicht werden, ebenso we die Förderung von Transparenz und Langfristigkeit  

Lenkungseffekte
Zahlen von PWC und der Boston Consulting Group zeigen, dass die traditionellen Assets in der Asset Management-Industrie im Schnitt um sechs Prozent wachsen, während Nachhaltigkeits-Assets auf aggregierter Basis jährlich um 14 Prozent zulegen. Dadurch entsteht ein gewisser Anpassungsdruck, wenn man als Asset Manager höhere Wachstumsraten erzielen möchte. Dabei stellt sich heraus, dass innerhalb der Sustainability Investments zu differenzieren ist: So wachsen Anlagen mit Ausschlusskriterien am langsamsten, während Ansätze mit ESG-Integration in die Finanzanalyse beispielsweise stärker gesucht sind. Institutionelle Investoren dominieren die nachhaltigen Kapitalanlagen und wollen mit ihnen immer stärker Engagement zeigen, also mit ihren Investitionen eine positive Veränderung in Gesellschaft und Umwelt (Impact) bewirken. 

EU-Aktionsplan zur Sustainable Finance
Die ersten Schritte sind getan, weitere werden folgen. So liegt der Entwurf für die Taxonomie der Nachhaltigkeit bereits vor, auch die Disclosure-Anforderungen, die die Transparenz erhöhen sollen, werden für das 4. Quartal erwartet. Dazu kommt die Setzung von EU Climate Transition Benchmarks (den Klimawandel betreffend) und Paris-Aligned Benchmarks (siehe Grafik). Letztere beziehen sich auf die Erreichung des Zwei-Grad-Ziels beim Temperaturanstieg gemäß dem Pariser Abkommen. Diese Vergleichsmaßstäbe sollen Fortschritte messbar machen und sind insbesondere für Indexadministratoren wichtig. Wenn man als Teil der Fianzindustrie diese Benchmarks nicht einhält, gilt der bekannt Grundsatz aus anderen Bereichen: "Comply or explain". 

"S" bleibt (noch?) außen vor
Dass man am Anfang der ESG-Regulierung so stark auf Umweltziele ("E") setzt, mag mit der Steigerung der Akzeptanz in der Bevölkerung zu tun haben. "Nachhaltigkeit mit dem Fokus auf das Klima kommt nicht überraschend", findet Güttler.  Um Governance kümmern sich Asset Manager bereits intensiv, Soziales allerdings ist politisch heikel und bleibt einstweilen weitgehend unberücksichtigt, wohl um jetzt Komplexität herauszunehmen. 

Kein einheitlicher Datenstandard
Laut Güttler wird es einen einheitlichen Datenstandard nicht geben, und die institutionellen Investoren werden sich ESG-Daten kaufen müssen. Dies ist mit Kosten verbunden, die zu Lasten der Renditen gehen werden. UBS AM hat jedenfalls nicht gewartet und bietet bereits Lösungen im Klimakontext an, die entlang der Regulierung der EU entwickelt wurden.

UBS schreitet voran
Die regelbasierte "UBS Climate Aware Startegy" verbindet die UBS-Quant-Expertise mit dem Know-How bei nachhaltigen Anlagen. Der "UBS Climate Aware Global EQ" ist ein Aktienfonds, der nur einen ex-ante Tracking Error von 25 Basispunkten zum MSCI World auf weist. Die Fondswerte des UBS-Produkts zeigen eine Verringerung der CO2-Emissionen um 2,5 Prozent p.a., während die CO2-Emissionen im MSCI World noch jährlich um 1,7 Prozent steigen. Zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels ist sogar eine noch stärkere Verringerung um 3,4 Prozent p.a. nötig, bei der Paris-Align-Benchmark sind es gar sieben Prozent jährlich. Weiters erzielt der Fonds Fortschritte gegenüber dem MSCI World, was den Anteil Erneuerbarer Energien anbelangt, sein Firmen weisen eine verringerte CO2-Intensität auf, und auch das relative Exposure zu kohlebasierter Energieerzeugung und fossilen Brennstoffreserven ist deutlich geringer. Die Reduktion des CO2-Risikos durch den UBS-Ansatz bringt keine Renditeinbußen mit sich, wohl aber eine Risikoreduktion.

Unternehmensführungen ins Boot holen
Royal Durch Shell ist ein Titel, der sich performancemäßig gegenüber seinen Peers sehr gut geschlagen hat. Laut Güttler hat das damit zu tun, dass das Unternehmen - obwohl es der "braunen" Erdölindustrie zuzurechnen ist - einen nachhaltigen Weg beschreitet. Dies gelang dadurch, dass die Kompensation des Vorstands an die Erreichung von ESG-Zielen gekoppelt ist. Dieser Interessensgleichklang scheint sich bezahlt zu machen.

Fazit
Die ESG-Regulierung bedeutet, dass jedes Unternehmen zuerst eine Strategieentscheidung treffen muss, wie man mit Nachhaltigkeit umgehen möchte. Wenn man dem Trend folgt, muss man trotzdem festlegen, wie weit man bei ESG gehen will. Grundsätzlich gehe es nicht um Ho-Ruck-Aktionen und 180-Grad-Wenden, so Güttler, sondern um eine schrittweises konsequentes Zusteuern auf Nachhaltigkeitsziele. Das gelte auch für die Assekuranz. (kb) 

 

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