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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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| Regulierung
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UBS Investment Bank sieht steiniges Jahr 2018 mit MiFID II vor sich

Nach Ansicht der UBS werden die Gewinne der Banken unter Druck geraten, da die anstehende europäische Regulierung sie zwingt, Geld für Analysen zu berechnen. Damit bricht ein Jahrzehnte bestehendes Geschäftsmodell weg, das zu einem Wettrennen führte, wer das billigste Angebot bereitstellt.

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Andrea Orcel, Chef der UBS Investmentbank

Es werde schwierig sein, und es werde steinig sein, meinte Andrea Orcel, Investmentbank-Chef der UBS in einem Interview mit Bloomberg TV unter Bezugnahme auf die Auswirkungen der MiFID II-Richtlinie. Jeder Marktteilnehmer habe Szenarien durchgespielt, aber er, Orcel, glaube nicht, dass irgendjemand, weder eine Investmentbank noch ein Kunde,  sagen könne, was er herausgefunden habe.

Welchen Preis haben Analysen ab 1. Januar 2018?

Die überarbeitete Richtlinie "Märkte für Finanzinstrumente" sorgt für Aufregung, da Banken und Vermögensverwalter sich schwer tun, Preise für Analysen aufzurufen, die bislang mit anderen Dienstleistungen gebündelt wurden. Das Vorhaben der EU soll sicherstellen, dass Anbieter von Finanzdienstleistungen im besten Interesse ihrer Kunden handeln und nicht durch kostenlose Analysen bewogen werden, bestimmte Geschäfte mit bestimmten Partnern durchzuführen. Während Banken herauszufinden versuchen, was der Markt vertragen kann, wägen Vermögensverwalter, die nicht daran gewöhnt, für Research zu bezahlen,jetzt ab, welches Research sie künftig wirklich brauchen.

UBS will Preise rund um ein Basis Research-Paket gestalten 

Orcel verglich das Modell der Bank für die Preisgestaltung des Research mit dem einer Telefongesellschaft, die das meiste Geld mit teureren Daten und anderen Dienstleistungen verdient, die über die den Kunden in Rechnung gestellten Grundgebühren hinausgehen. In dieser Art, sagte er, wolle die UBS ihre Preise rund um ein Basis Research-Paket herum gestalten. Dieses werde wahrscheinlich "Tausende oder Zehntausende" von US-Dollar kosten und darüber hinaus würden Kosten für Dienste mit Mehrwert, wie Zugang zu den Analysten der Bank, anfallen.

Sitzverlagerung ja, aber wohin?

MiFID II ist nicht die einzige große Herausforderung am Horizont von Orcel. Die Bank ist auch dabei abzuwägen, wohin sie auf dem europäischen Kontinent im Zuge des Brexit Arbeitsplätze verlagern wird. Im Gespräch sind unter anderem Frankfurt, Amsterdam und Madrid. Orcel bekräftigt, dass ein wichtiger Teil der Entscheidungsfindung der Bank darauf beruhe, wo Leute leben wollten. "Abhängig vom Standort wollen viele Leute möglicherweise nicht umziehen oder gehen zu einer anderen Bank, die einen besseren Standort wählt, oder verlassen die Branche ganz." Jedes Finanzinstitut, das davon betroffen sei, spiele Szenarien durch. (kb)

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