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Sparkassen fürchten Einlagensicherungpläne nach Milliardentopf

Nachdem sich die deutschen Sparkassen auf einen neuen milliardenschweren Rettungstopf für angeschlagene Institute in der eigenen Gruppe geeinigt haben, erneuern sie ihren Widerstand gegen die mögliche Schaffung einer einheitlichen, europaweiten Einlagensicherung.

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© farizun_amrod / stock.adobe.com

“Wir sind nicht bereit, für die abenteuerlichsten Geschäftsmodelle in Europa zu haften. Wir sind nicht der Rettungsanker für Greensill und Co.”, erklärte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, am Mittwoch laut Redetext auf einer Veranstaltung in Ulm, angesichts der Pläne einer einheitlichen europäischen Einlagensicherung. Darüber informiert Bloomberg. Niemand habe ihm bislang einen guten Grund für die Vergemeinschaftung der Haftung nennen können. “Vergemeinschaftung findet nur der toll, der auf schlechten Risiken sitzt."

Hohe Kosten
Er verwies darauf, dass die Einigung zum Aufbau des rund fünf Milliarden Euro schweren Rettungstopfs der deutschen Sparkassen-Gruppe “schwer” gewesen sei. Die Aufsicht hatte den Fonds gefordert. Mit Blick auf Bestrebungen für eine gemeinsame europaweite Einlagensicherung wüssten die Sparkassen aber auch, dass die Diskussionen “noch nicht am Ende sind”, sagte Schneider.

Derzeit hat jedes Land in Europa eigene, voneinander getrennte Systeme zur Einlagensicherung. In Deutschland gibt es mehrere. Als die private Bremer Greensill Bank in sich zusammenbrach, mussten dafür nur die privaten Banken in Deutschland einspringen, nicht aber die Sparkassen.

Dreigliedrigkeit hat ihre Meriten
Auch an anderer Stelle ging Schneider bei seiner Rede auf dem Sparkassentag in Ulm auf die privaten Banken im Land ein. So sei ihm die Kritik an dem dreigliedrigen Bankensystem in Deutschland aus Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken völlig unverständlich. Das System habe sich bewährt. “Niemand hindert diese Wortführer daran, wo immer sie wollen, mit uns in den Wettbewerb zu treten”, sagte Schneider.

Damit spielte er offenbar auf Äußerungen von Commerzbank-Chef Manfred Knof an. Dieser hatte unlängst erklärt, dass für die Profitabilität des deutschen Bankensektors ein Umbau des Drei-Säulen-Systems vorteilhaft wäre. (aa)

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