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So performten die Pensions- und Vorsorgekassen im Jahr 2025

Die Interessensvertretung von Österreichs zweiter Säule der Altersvorsorge berichtete über die 2025 generierten Renditen und richtete bei dieser Gelegenheit einige Forderungen an die Politik, die eine Reform auf diesem Gebiet plant. Vor allem eine angedachte Änderung gilt als kontraproduktiv.

Mag. Andreas Zakostelsky und Dr. Stefan Pichler vom Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).
Mag. Andreas Zakostelsky und Dr. Stefan Pichler vom Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).© Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO)

„2025 war ein gutes Jahr für alle Menschen, die eine Pensionskasse haben“, erklärte Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der Bekanntgabe der brandaktuellen Performance-Zahlen von Österreichs Pensions- und Vorsorgekassen für das erst jüngst zu Ende gegangene Anlagejahr vor Journalisten in Wien, darunter „Institutional Money“.

Österreichs Pensionskassen lieferten im Jahr 2025 immerhin ein Plus von 4,88 Prozent. Laut Fachverband ist das ist ein sehr gutes Ergebnis für die 1,13 Millionen Kundinnen und Kunden der Pensionskassen. Zum Vergleich: Für das Jahr 2024 konnten die Pensionskassen noch 7,77 Prozent Rendite vorweisen. Die Langfristperformance von Österreichs Pensionskassen liegt seit deren Start Anfang der 1990er bei durchschnittlich 5,02 Prozent per anno.

In Summe verwalten die acht heimischen Pensionskassen ein Vermögen von 30,64 Milliarden Euro. Im Schnitt haben die rund 160.000 Leistungsberechtigten im Vorjahr eine monatliche Zusatzpension von 419 Euro bekommen (14-mal pro Jahr). „Es wäre wichtig, dass alle Österreicher in den Genuss einer Pensionskassenleistung kommen“, erklärte Zakostelsky. Er verwies an dieser Stelle mit Stolz darauf, dass von dem oben angeführten Kapitalstock von in Höhe von 30,64 Milliarden Euro seit Start im Jahr 1991 lediglich 13,69 Milliarden Euro aus ursprünglichen Einzahlungen stammen. Der andere, größere Anteil in Höhe von 16,95 Milliarden Euro sei das Ergebnis von Wertzuwächsen und damit ein Ergebnis guter Arbeit.

Des Weiteren betonte Zakostelsky, dass die heimischen Pensionskassen zudem eine sehr gute Kosten-Struktur hätten: So schnitten im aktuellen „Costs and Past Performance Report 2025“ der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge (EIOPA) Österreichs Pensionskassen am besten ab: Sie weisen bei der repräsentativen Erhebung die geringsten Kosten auf.

Vorsorgekassen mit respektablem Ergebnis
Die heimischen Mitarbeitervorsorgekassen, die die Gelder der „Abfertigung NEU“ investieren, haben laut Fachverband im abgelaufenen Geschäftsjahr ein sehr erfolgreiches Ergebnis erzielt. Dieses lag im Jahr 2025 bei durchschnittlich 3,64 Prozent. Zum Vergleich: Für das Vergleichsjahr 2024 wurde vom Fachverband noch ein Branchenplus von 4,93 Prozent berichtet.

Aktuell verwalten die sieben österreichischen Vorsorgekassen im Rahmen einer konservativen, auf Kapitalerhalt bedachten Anlagestrategie ein Vermögen von 23,7 Milliarden Euro für rund vier Millionen Anwartschaftsberechtigte.

Weiterentwicklung der bAV
Im zweiten Teil der Pressekonferenz präsentierte und präzisierte Zakostelsky die Zielsetzungen seiner Branche, die sich aus drei übergeordneten Forderungen bestehen: Zum ersten der flächendeckende Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), zweitens Maßnahmen zur Verbesserung der Performance und drittens steuerliche Maßnahmen, wie staatliche Förderung von Arbeitnehmerbeiträgen und die Steuerabzugsmöglichkeit der Beiträge von geschäftsführenden Gesellschaftern.

Betreffend die erste Forderung zum flächendeckenden bAV-Ausbau hofft Zakostelsky auf eine praxistaugliche Umsetzung des General-Pensionskassenvertrages und empfiehlt dringend die Ausdehnung der gesetzlichen Liegedauer bei den Mitarbeitervorsorgekassen (Betrieblichen Vorsorgekasse, BVK) bis zum Pensionsantritt. Hintergrund: Wenn sich Arbeitnehmer ihre eingezahlten Gelder schon während ihrer aktiven Zeit relativ problemlos und kurzfristig von ihren Vorsorgekassen auszahlen lassen können (beispielsweise bei Arbeitslosigkeit oder Jobwechsel), haben die dortigen BVK-Anlagestrategen nur wenig Chancen, über das Eingehen höherer Risiken oder gebundene Langfristinvestments höhere Illiquiditätsprämien zu verdienen und damit ausreichend hohe Renditen zu erzielen. In diesem Zusammenhang wendete sich Zakostelsky sogleich der zweiten übergeordneten Forderung zu:

Garantien und vorzeitige Kapitalauszahlungen belasten die Rendite
Performancesteigernd wäre laut Fachverband insbesondere der Wegfall der „Bruttokapitalgarantie“ bei den Mitarbeitervorsorgekassen, die bei der damaligen Einführung eine „ideologische“ Forderung der Politik war und auf lange Sicht zu teuer kommt.

Weitere drei Teil-Forderungen zur Performanceverbesserung sind im Falle der Pensionskassen in Schlagworten kurz zusammengefasst eine „Trennung der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten“, eine „Wahl des Rechnungszinses beim Pensionsantritt“ und ein „Automatisches Lebensphasenmodell“. Damit soll u.a. älteren Semestern mit höherer Risikoakzeptanz die Teilhabe an Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) mit höheren Aktienquoten ermöglicht werden.

Zakostelsky warnte im Weiteren vor Plänen der Regierung (Ministerratsvortrag vom 17. Dezember 2025), möglicherweise bei Pensionskassen den Anspruchsberechtigten „bei Härtefällen“ und bei Pensionsantritt eine Herausnahme ihrer Gelder zu erlauben. Das würde den Pensionskassen eine langfristige Anlagestrategie erschweren und im Worst Case das Solidaritätsprinzip einer Pensionskasse untergraben.

„Wir fordern die Regierung auf, mit uns in die fachliche Tiefe zu gehen“, bot Zakostelsky abschließend eine Zusammenarbeit und die fachliche Expertise seiner Interessenvertretung an. (aa)

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