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Sieben-Billionen-Investorengruppe will „waffenfreie“ Benchmarks

Mehr als 140 Großanleger fordern in einem offenen Brief Indexanbieter dazu auf, kontroverse Waffen aus gängigen Indizes zu entfernen. Aufgrund der finanziellen Macht dieser Unternehmen könnte deren Begehren Erfolg haben.

Mine
Minen gelten als verpönte Waffen, in die kein Großanleger investieren möchte.
© Christian Schwier

Institutionellen Investoren könnte das Leben zukünftig leichter gemacht werden. Denn gängige Indizes sollen zukünftig keine Emissionen jener Unternehmen enthalten, die Geschäfte mit kontroverse Waffen tätigen. Immerhin mehr als 140 Asset Manager, Besitzer von Vermögenswerten, Vermögensverwalter und Vermögensdienstleister aus der ganzen Welt, die Anlegergelder im Wert von 6,8 Billionen US-Dollar vertreten, haben gemeinsam Indexanbieter dazu aufgefordert, kontroverse Waffen1 aus den gängigen Indizes zu entfernen. Darüber berichtet Swiss Sustainable Finance per Aussendung.

In einem offenen Brief, der Anfang dieser Woche auch in der Financial Times, in der Neuen Zürcher Zeitung und in Le Temps veröffentlicht wurde, wendeten sich die Unterzeichner an Vertreter von FTSE Russell, Morningstar, MSCI, S&P Dow Jones Indices und STOXX und riefen die Indexanbieter auf zu handeln.


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Tracking Error ist zu vermeiden
Anlagen in Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen verstoßen schon heute gegen einige nationale Bestimmungen und internationale Konventionen. Die gängigen Indizes berücksichtigen sie aber nach wie vor. Für aktive Anleger, die sie selbst ausschließen, bedeutet dies einen zusätzlichen Tracking Error im Vergleich zu Standardbenchmarks und zusätzliche Kosten. Passive Anleger haben dagegen meist keine Wahl, denn die überwältigende Mehrheit der Strategien bildet traditionelle Indizes ohne Ausschlüsse nach.

Laut Swiss Sustainable Finance trügen damit Investoren, die die Benchmarks der großen Anbieter verwenden, zur Finanzierung von Unternehmen bei, die mit der Herstellung von kontroversen Waffen zu tun haben.

Die in der Schweiz gestartete Initiative wird von Swiss Sustainable Finance koordiniert und hat dank ihrer Präsenz auf der PRI Collaboration Platform international an Dynamik gewonnen.

„New Normal“ für Pensionskassen
„Die Abstimmung der Anlegerportfolios auf etablierte Werte und Standards wird zur neuen Normalität bei Pensionskassen und anderen institutionellen Anlegern“, erklärt Sabine Döbeli, CEO von Swiss Sustainable Finance. „Dass unsere Initiative die Unterstützung einer so großen Zahl von Organisationen gewinnen konnte, ist ein starkes Signal an die Indexanbieter, und wir halten es für eine logische Folge, diese Forderung in den globalen Indizes widerzuspiegeln.“

Eric Borremans, Leiter ESG bei Pictet Asset Management sagt: „Wir sind überzeugt, dass Finanzmittel für Hersteller kontroverser Waffen in Übereinstimmung mit internationalen Konventionen, bester Anlagepraxis und der öffentlichen Meinung weniger leicht verfügbar sein sollten. Indizes dienen als Grundlage für viele aktive und passive Anlageprodukte; wir sind der Meinung, dass Hersteller kontroverser Waffen standardmäßig ausgeschlossen werden sollten.“

„Für uns als verantwortliche Anleger, die wir mehr als 300 000 Rentensparer vertreten, sind kontroverse Waffen inakzeptabel und daher von all unseren Anlagen ausgeschlossen", sagt Peter Damgaard Jensen, CEO von PKA A/S. „Viele Anbieter von Indexprodukten teilen diesen Grundsatz nicht, was es anderen Anlegern erschwert sicherzustellen, dass sie nicht zur Finanzierung von Herstellern kontroverser Waffen beitragen. Indem wir uns mit anderen Anlegern von der ganzen Welt zusammenschließen, können wir hoffentlich diese Botschaft vermitteln und die Indexanbieter ein für alle Mal dazu bringen, kontroverse Waffen aus den gängigen Indizes auszuschließen.“ (aa)

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