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Senior Unsecured Bank-Bonds: EZB ändert Regeln zur Notenbankfähigkeit

In der aktuellen Ausgabe des "Strategy Alert" befassen sich LBBW-Experten mit Regeln zur Repo-Fähigkeit unbesicherter Bankanleihen der EZB. Denn diese Regeln werden geändert. Zudem ist die Überarbeitung des EZB-Sicherheitenrahmens für das erste Quartal 2018 angekündigt.

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© pure-life-pictures / Fotolia

Die angekündigte Überprüfung hinsichtlich der weiteren Notenbankfähigkeit deutscher Senior Unsecured Bonds hat ergeben, dass diese nur noch bis Ende 2018 Collateral-fähig sind. Ebenfalls sind von einer Holding Company (HoldCo) emittierte unbesicherte Bankanleihen nur noch bis 31.12.2018 als Sicherheit für Repogeschäfte mit der EZB hinterlegbar. Dies dürfte vor allem britische Institute betreffen.

Drittens - und damit auch neu - ist, dass zukünftig alle unbesicherten Bankanleihen, also sowohl Senior Preferred als auch Senior Non-Preferred („Tier 3“), die von Instituten oder deren Töchtern mit Sitz außerhalb der EU emittiert werden, nicht mehr notenbankfähig sind.
Unbesicherte Bonds, die die EZB im Rahmen des PSPP ankauft, sowie mit einer
Staatsgarantie versehene Bankanleihen bleiben von den Änderungen im Sicherheitenrahmen,
die in Q1/2018 in Kraft treten sollen, verschont. Bedingung hierfür ist, dass sie nicht vertraglich oder strukturell nachrangig sind und dass sie vor dem 31.12.2018 emittiert wurden.

Die EZB-Pressemitteilung ist unter dem nachfolgenden Link zu finden:
http://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2017/html/ecb.pr171214.en.html

Die betroffenen - unter anderem deutschen - Anleihen dürften mit leichten Kursabschlägen reagieren, vermuten die Experten der LBBW. Ganz überraschend kommt die Entscheidung der EZB jedoch nicht, da sich der EU-Gesetzgeber jüngst auf eine Neufassung des BRRD Art. 108 verständigte und damit  europaweit für die Einführung von Senior Non-Preferred, der „französischen“ Bail-in Umsetzung, plädierte. Die BRRD-Neuregelung soll spätestens Anfang Januar 2019 in Kraft treten, was auch der obige Zeitrahmen der EZB widerspiegelt. Daher sollte der deutsche Gesetzgeber im Laufe des kommenden Jahres die Regelung im KWG §46f bezüglich der gesetzlichen Subordination überarbeiten, finden die Autoren. 

Neuregelung zum EZB-Sicherheitenrahmen ist damit in sich konsistent

Sie führt zu einer Gleichbehandlung, wodurch es jetzt die Planungssicherheit gibt, dass nachrangige Senior Unsecured Bonds unabhängig von ihrer Form nicht mehr notenbankfähig sind. Gleichwohl hätten die Experten der LBBW mit Blick auf den deutschen Senior Unsecured eine gewisse Übergangsfrist erwartet. Denn ab 2019 (vorbehaltlich der nationalen Umsetzung o.g. BRRD-Neuregelung) erst könnten wieder „traditionelle“ Senior Preferred emittiert werden. Da aber der jetzige Bestand nur noch bis Ende 2018 notenbankfähig sei, gebe es einen „harten Cut“.

Für deutsche Senior Bonds, die von Anstalten des öffentlichen Rechts begeben wurden, die nicht insolvenzfähig sind (vgl. KWG §46f Abs. 6 S. 2), ändert sich durch den EZB-Beschluss nichts. Sie waren von vorneherein nicht von einem eventuellen Verlust der Notenbankfähigkeit bedroht. 

Höhere Fundingkosten durch Verlust der Collateral-Fähigkeit für Unsecured Seniors 

Unter geldpolitischen Gesichtspunkten ist zudem der Verlust der Collateral-Fähigkeit zu
verkraften. Der Anteil unbesicherter Bankanleihen an den hinterlegten marktfähigen
Sicherheiten liegt im prozentual einstelligen Bereichm, schreiben die LBBW-Experten, die zu bedenken geben, dass sich für den Emittenten dadurch die Fundingkosten erhöhen dürften. (kb)

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