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"Schatten-Ratings": Aufseher brummen Banken Millionenstrafe auf

Gleich fünf Geldhäuser kassieren Strafzettel der europäischen Finanzmarktaufsicht ESMA. Die skandinavischen Institute bewerteten über Jahre hinweg Anleihen mit einem "Schatten-Rating", wie sie es selbst nannten. Die entsprechende Zulassung dafür besaß allerdings keines von ihnen.

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© larshallstrom / stock.adobe.com

Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat fünf skandinavische Banken mit einer Strafe von zusammengenommen 2,5 Millionen Euro belegt. Dies teilte die Behörde mit. Die Institute hatten nach Meinung der Aufseher Anleiheratings vergeben, ohne die erforderliche Zulassung zu besitzen. Betroffen sind auch hierzulande bekannte und aktive Geldhäuser, nämlich Nordea, die SEB, die Danske Bank sowie Svenska Handelsbanken und die Swedbank. Jede erhielt eine Strafe von rund einer halben Million Euro.

Die Banken hatten zwischen 2011 und 2016 für ihre Kunden Anleihen bewertet. Die SEB setzte diese Praxis sogar bis zum Frühjahr 2018 fort. In den Berichten analysierten die Autoren die Bonität von Emittenten und schätzten die Aussichten für konkrete Wertpapiere ein. Am Ende des Research-Prozesses stand ein "Schatten-Rating", wie es die Geldhäuser nannten. Doch für diese Bewertung hätten die Institute eine Zulassung als Ratingagentur haben müssen, meint die ESMA.

Langjährige Praxis
Diese Erlaubnis stelle sicher, dass die Noten unabhängig, objektiv und über die ganze EU hinweg nach vergleichbaren Kriterien vergeben werden, stellt die ESMA in der Mitteilung fest. Zu den regulierten Bonitätswächtern zählen etwa die großen Anbieter Standard & Poor's, Moody's und Fitch, aber auch das Berliner Haus Scope. Insgesamt 27 Anbieter verfügen über die ESMA-Zulassung.

Die Behörde wertete es als strafmildernd, dass alle Banken Maßnahmen getroffen haben, einen solchen Regelverstoß künftig zu vermeiden. Straferhöhend war allerdings die Tatsache, dass die Banken mehr als sechs Monate lang die "Schatten-Ratings" ausgaben, teilte die Aufsicht mit. Ob die fünf Institute zuvor von der ESMA verwarnt worden waren, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Die Banken können gegen die Buße noch Widerspruch einlegen. (ert)

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