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Russische Anleihen: Putin-Erlass schafft Zweiklassensystem

Jene institutionellen Investoren, deren Staaten sich mit Sanktionen gegenüber Russland zurückhielten, können mit Zahlungen und Tilgungen - auch in Hartwährung rechnen. Investoren aus westlichen Ländern müssen jedoch Zahlungen in Rubel akzeptieren - auch bei Hartwährungsanleihen.

Russland, russische Fahne, Russia
© Somartein / stock.adobe.com

Wladimir Putin hat eine Zweiklassengesellschaft für ausländische Bond-Investoren eingeführt, je nachdem ob die Gläubiger in einem Land ansässig sind, das Russland mit Sanktionen belegt hat oder nicht. Darüber informiert Bloomberg News.

Die russischen Behörden erklärten am Samstag, dass der russische Staat und russische Unternehmen Gläubiger aus “Ländern, die feindselige Handlungen begehen”, in Rubel zahlen dürfen, selbst wenn die Wertpapiere auf andere Währungen lauten. Einen Tag später teilte die Zentralbank mit, dass Gläubiger aus Ländern, die keine Sanktionen verhängen, mit einer Sondergenehmigung auch Fremdwährung erhalten können.

Russland ist zahlungsbereit
Russland versucht zu demonstrieren, dass es seinen finanziellen Verpflichtungen weiter nachkommen kann, obwohl Zahlungen ins Ausland durch Kapitalkontrollen verboten wurden. Diese folgten den weitreichenden Sanktionen, die gegen Russland wegen des Einmarsches in die Ukraine verhängt wurden.

Tatsächlich erlauben einige russische Bonds Rückzahlungen auch in Rubel. Doch am 16. März werden Kupons von Dollar-Anleihen im Wert von 117 Millionen Dollar fällig, für die diese Möglichkeit nicht besteht. Wenn Russland diese in Rubel zahlt, könnte dies zu einem formellen Zahlungsausfall führen und Credit-Default-Swaps auslösen - Kontrakte, die solche Risiken versichern.

Die Kosten für CDS, die für fünf Jahre gegen den Zahlungsausfall russischer Staatsanleihen absichern, stiegen am Montag sprunghaft an und entsprachen einer Rekordwahrscheinlichkeit von 80 Prozent für einen bevorstehenden Zahlungsausfall.

Starke Kurseinbrüche
Auf Fremdwährungen lautende russische Unternehmensanleihen sind auf das Niveau notleidender Schulden gefallen, der Rubel handelt auf Rekordtief und die Moskauer Börse ist seit mehr als einer Woche geschlossen. Moody’s Investors Service hat am Wochenende das Rating des Landes noch tiefer in Ramsch-Territorium gesenkt. Die Agentur äußerte “ernste Bedenken hinsichtlich der Bereitschaft und Fähigkeit Russlands, seine Verbindlichkeiten zu begleichen.”

Anfang des Monats leistete Russland eine Kuponzahlung für Staatsanleihen, die so genannten OFZs. Während die zentrale Verwahrstelle das Geld erhielt, wurden ausländische Anleiheeigner wegen des Verbots von Auslandszahlungen nicht ausgezahlt. Dies löste eine Debatte darüber aus, ob dies einen Zahlungsausfall darstellt oder nicht.

Nach dem Erlass vom Samstag über die Bedienung von im Ausland gehaltenen Schulden gelten Zahlungen als ausgeführt, wenn sie in Rubel zum offiziellen Kurs der Zentralbank getätigt werden.

“Es gibt noch viele offene Punkte”, sagt Sergey Dergachev, Schwellenländer-Spezialist bei Union Investment Privatfonds in Frankfurt. “Die Frage ist, wie werden die Rating-Agenturen damit umgehen? Wie wird es technisch an die Investoren weitergegeben?”

Für in Russland ansässige Personen und Gläubiger aus Ländern, die keine Sanktionen verhängt haben, wird es möglich sein, “Gelder für bestehende Schuldverpflichtungen” pünktlich in Rubel oder, mit einer Genehmigung, in der Denominierung des Wertpapiers zu erhalten. (aa)

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