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Richter/ BVI: Staatlicher Vorsorgefonds wäre Wettbewerbsverzerrung

Fünf Fragen wurden Thomas Richter vom BVI zum geplanten staatlichen Altersvorsorgeprodukt gestellt. Er ist kritisch gegenüber der GroKO-Idee: Der Staat sei meist ein schlechter Investor und wäre versucht, auf kurz oder lang renditeschädigende politische Ziele zu verfolgen.

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Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI 
© BVI

Herr Richter, die Regierung will die private Altersvorsorge weiterentwickeln und ein kostengünstiges, standardisiertes Riester-Produkt entwerfen. Was halten Sie davon? 
Richter: Wir freuen uns über das grundsätzliche Bekenntnis der Politik zu Riester. Das ist ein gutes Signal, zumal das Produkt gerne wiederholt von bestimmten Interessensgruppen für „gescheitert“ erklärt wird. Ich kann diese Aussage angesichts der 16 Millionen Verträge auf 32 Millionen Förderberechtigte nicht nachvollziehen. Gegen ein Mitmischen des Staates auf dem privaten Altersvorsorgemarkt habe ich aber Bedenken.

Was spricht denn dagegen?
Richter: Ein staatlicher Vorsorgefonds würde den Wettbewerb verzerren. Denn ein Fonds mit einem staatlichen Gütesiegel hätte geringere Marketing- und Vertriebskosten.

Wäre ein staatlicher Vorsorgefonds günstiger?
Richter: Das bezweifle ich. Wer glaubt, damit könne man sich die Beratungskosten sparen, irrt. Nach MiFID II müssen auch hier eine Eignungsprüfung des Sparers und eine angemessene Beratung während der Laufzeit stattfinden, etwa wenn verunsicherte Anleger wegen fallender Aktienkurse Rat suchen. Für einen adäquaten Vergleich müssten auch diejenigen Kosten eingerechnet werden, die aus Steuermitteln und nicht direkt vom Anleger getragen werden.

Was halten Sie von dem Vorschlag, den staatlichen Altersvorsorgefonds zur Standardoption zu machen, falls sich der Arbeitnehmer für keines der angebotenen privaten Altersvorsorgeprodukte entscheidet? 
Richter: Eine Opting-Out-Version mit einem staatlichen Vorsorgefonds als Standardoption würde diesem weitere Vertriebsvorteile verschaffen und damit die Wettbewerbsungleichheit noch verschärfen. Unter dieser Prämisse würde sich der Arbeitgeber eher für das staatliche als für das private Produkt  entscheiden – auch um das Risiko zu umgehen, später Kritik vom Arbeitnehmer für die Produktauswahl zu ernten. 

Befürworter des staatlichen Vorsorgefonds führen immer wieder das Erfolgsmodell nach schwedischem Muster ins Feld.
Richter: Ich halte den Staat generell für keinen guten Investor. Ich glaube nicht, dass die deutsche Politik der Versuchung widerstehen könnte, bei der Anlage politische Ziele zu verfolgen. Die Rendite bliebe auf der Strecke. (kb)

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