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Quant Finance: Governance der mathematischen Modelle ist entscheidend!

Ein hochkarätig besetzter Executive Round-Table von MathFinance kam zur Erkenntnis, dass Quant Finance reifer geworden ist und sich der Anwendungsbereich der Modelle verändert hat.

Quantitative Finanzmodelle sind heute in Vermögensverwaltungsgesellschaften
und Banken fest etabliert, haben allerdings ihre Rolle verändert. Sie dienen
weniger der Prognose als vielmehr der Risikominimierung und der Validierung der
bestehenden Anlagestrategie. Um diese Rolle zu verstärken, bedarf es künftig einer besseren
Governance der Quant Finance in den Institutionen: Es braucht weniger Modelle, die dann
aber besser auf die Anforderungen zugeschnitten sind. Das ist das Fazit des diesjährigen
Quant-Finance-Roundtables der Beratungsgesellschaft MathFinance.

Teilnehmer waren neben Prof. Uwe Wystup, dem Gründer von MathFinance, Dr. Attilio Meucci, Global Chief Risk Officer bei KKR, Dr. Thomas Stephan, Managing Director CIO Overlay der Allianz Global Investors und Kris Wulteputte, Head of Risk, State Street Bank and Trust Company.

Ansprüche als Prognosetool reduziert

“Wir sind heute wesentlich erfahrener geworden im Umgang mit Quant-Modellen”, meine
MathFinance-Vorstand Wystup. „Wir wissen, was sie leisten können, wir wissen aber auch, was sie nicht leisten können.“ Und bieten können sie insbesondere bessere Information über den Stand der eigenen Strategie/Position; der Anspruch, in die Zukunft sehen zu können, wurde stark zurückgenommen.

Keep it simpler than in the past

Für Kris Wulteputte ist es besonders wichtig, die Zahl der eingesetzten Modelle zu verringern und sie weniger komplex zu gestalten. „Wir brauchen keine neuen Modelle mit hohem Anspruch, sondern wir müssen die bestehenden noch zuverlässiger und robuster machen, so dass auch Nicht-Quants die Ergebnisse verstehen und nachvollziehen können. Und wir müssen unsere Modellwelt verkleinern und auf die für uns wesentlichen Funktionen reduzieren“.

Erhöhte Akzeptanz ist wichtig

Mit besserer Kommunikation nach innen und außen werde sich dann auch die Akzeptanz bei Investoren und Stakeholdern weiter erhöhen. Attilio Meucci von KKR hat dabei eine interessante Beobachtung gemacht: „Mittlerweile sind die besten Quants die größten Kritiker ihrer eigenen Zunft, weil sie aus Expertensicht die Modelle in Frage stellen.“

Robustheit enorm entscheidend

Thomas Stephan von Allianz Global Investors unterstützt diesen Trend. „Trotz hohen Kostendrucks stellen wir zusätzliche Mitarbeiter ein, um unsere eingesetzten Modelle noch intensiver zu validieren. Diese Governance der Quant-Welt hilft uns enorm, die Ausrichtung unserer Instrumente und Methoden zu verfeinern.“ Dies werde umso wichtiger, als auch der Regulator immer genauer darauf achte, dass adäquate, robuste und nachvollziehbare Modelle zur Risikoadjustierung zum Einsatz kommen. Die Arbeit der Quants müsse harmonisiert und an die Bedürfnisse der Auftraggeber angepasst werden.

Diszipinierungstool im Asset- und Risikomanagement

Quantitative Modelle in Finance konzentrieren sich so mittlerweile nicht mehr darauf, Prognosen abzugeben, sondern „den Stand der Märkte zu erkennen“, wie Thomas Stephan sagte: Die Anforderung liege daran, zu erkennen, ob eine Marktbewegung weiter anhalte oder eine Konsolidierung und Trendumkehr anstehe. Und Attilio Meucci ergänzte. „Ein Quant-Modell sagt nicht die Zukunft voraus, sondern hilft dabei, die eigenen Investments zu disziplinieren und auf die eigenen Anforderungen auszurichten.“ (kb)

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