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Planänderung: Fidelity übernimmt Researchkosten doch

Der ursprüngliche Plan der Fondsgesellschaft ist vom Tisch: Fidelity trägt die Kosten für Analysen selbst, anstatt sie den Anlegern aufzubürden. Damit hat sich einer der letzten großen Asset Manager für diese Variante entschieden.

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© v.poth / stock.adobe.com

Die Fondsgesellschaft Fidelity wird die Kosten für externes Research auf die eigene Rechnung nehmen – und zwar unabhängig von Anlagevehikel, Kundentyp und geografischem Standort. Damit vollzieht das Unternehmen eine Kehrtwende. Im Oktober 2017 hatte Fidelity noch angekündigt, die Kosten für externe Analysen sollten den Fonds und damit den Anlegern belastet werden.

Zu der Planänderung sei es auf Basis ausführlicher Kundengespräche gekommen, teilt die Fondsgesellschaft mit. Ursprünglich wollte Fidelity einen sogenannten Research-Payment-Account-Ansatz (RPA) nutzen, bei dem die Researchkosten letztendlich vom Anleger übernommen werden. In der Branche bestehe jedoch weitgehend Konsens darüber, das RPA-Modell nicht zu nutzen.

Daher beschreitet nun auch Fidelity einen anderen Weg und führt für aktive Aktienfonds ein variables Gebührenmodell ein. Dabei werden die Researchkosten übernommen, die jährliche Managementgebühr wird außerdem um zehn Basispunkte reduziert.

Klarer Kostenausweis für mehr Transparenz 
Seit Inkrafttreten der Finanzmarktrichtlinie Mifid II am 3. Januar 2018 müssen Asset Manager die Ausgaben für externe Studien genau aufschlüsseln. Zuvor erhielten etwa Fondsgesellschaften Research von den Brokern und Investmentbanken praktisch gratis – im Austausch für lukrative Handelsaufträge. Diese Praxis war den Regulierern jedoch zu undurchsichtig. Mit dem klaren Kostenausweis soll mehr Transparenz geschaffen werden.

Fildelity ist mit seiner Planänderung keineswegs allein. Auch andere Fondsanbieter haben sich bereits umorientiert, nachdem sich in der Branche abzeichnete, dass die meisten Asset Manager die Kosten selbst tragen. So haben etwa Amundi, Union Investment, Schroders, Invesco oder Janus Henderson ihre anfänglichen Entscheidungen revidiert und kommen für Researchkosten selbst auf. Die Deka, der Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen, hatte auch noch einmal neu überlegt, blieb aber bei ihrem Entschluss. Neben der Deka bleibt unter den größeren Anbietern nun nur noch Carmignac, der die Researchkosten den Fonds zuweist. (am)

So geht die Branche mit Researchkosten um:
Kosten selbst übernehmen:Kosten den Fonds zurechnen:
Amundi*Carmignac
Aberdeen Standard InvestmentsDeka
Allianz Global Investors 
Aviva Investors 
Axa IM 
Bantleon 
Barings 
Bellevue 
Blackrock 
Bluebay 
BNP Paribas* 
Candriam 
Columbia Threadneedle 
Credit Suisse AM 
Deutsche AM 
DJE Kapital 
Ethenea 
Fidelity International* 
First Private IM 
Fisch AM 
Flossbach von Storch 
Franklin Templeton 
GAM 
Goldman Sachs AM 
Hermes 
HSBC Global AM 
Insight Investment 
Invesco** 
Investec 
Janus Henderson* 
JO Hambro 
J.P. Morgan AM 
Jupiter 
Kempen Capital 
Legal & General 
Lyxor 
M&G 
Man Group* 
Meag 
Morgan Stanley IM 
NN Investment Partners 
Nordea AM 
Pimco 
RBC AM 
Robeco 
Russell Investments 
Sauren 
Schroders* 
State Street Global Avisors 
T. Rowe Price 
UBS Global AM 
Unigestion 
Union Investment* 
Vanguard 
Vontobel AM 
  
Auswahl;  * wollte Kosten zunächst den Fonds zurechnen, nun umentschieden; ** ursprünglich war bevorzugter Weg, Kosten den Fonds zuzurechnen
Quelle: FT Research, Anbieter, FONDS professionell; Stand: 23.02.2018
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