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Bekannte Pensionskasse in der Kritik, Klage angedroht

Die Valida Pensionskasse ist in den letzten Tagen gleich zweifach in die Kritik geraten bzw. es sollen sogar Klagen gegen Leistungskürzungen eingereicht werden. Mitschuld hat wenig überraschend ein Anfang des Jahres erstmals in China diagnostiziertes Virus...

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© bilderstoeckchen / stock.adobe.com

Die Coronakrise hat Auswirkungen auf die Pensionshöhe mancher Betriebspensionen. Das betrifft die Branche generell, darunter auch die Valida Pensionskasse. So wurde einer dreistelligen Zahl von Pensionisten und Anwartschaftsberechtigten des Glückspielunternehmens Casino Austria, das vor vielen Jahren die Valida Pensionskasse mit der Verwaltung der Gelder mandatierte, die Pension um 30 Prozent gekürzt. Die Begründungen dafür seien die Covid-19-Krise, die gestiegene Lebenserwartung sowie die aufgrund von Betriebsschließungen nicht mehr so reichlich fließenden Trinkgelder, die bis dato ebenfalls zur Finanzierung der Betriebspensionen verwendet wurde. Darüber berichten österreichische Medien wie der „ORF und „Trend“. Die Zusatzpensionen des Casino-Austria-Personals beruhen auf einer Betriebsvereinbarung, die vor einigen Monaten geändert wurden, um Kürzungen vorzunehmen. „Die Änderung der Betriebsvereinbarung der Casinos Austria ist eine interne Entscheidung des Unternehmens, auf die wir als mandatierte Pensionskasse keinen Einfluss haben und die wir daher nicht weiter kommentieren möchten“, erklärt eine Valida-Sprecherin auf Anfrage von „Institutional Money“.

Gegen die Kürzung der Pensionen wird Widerstand geleistet: Arbeitsrechtsexperte Roland Gerlach, der 180 Casinos-Austria-Pensionisten beziehungsweise Anwartschaftsberechtigte der zuständigen Pensionskasse Valida vertritt, wird dieser Tage zwei Musterklagen bei Gericht einbringen. Dabei geht es um Zusatzpensionen zwischen 500 und 1000 Euro.

Pekabe wettert gegen die zweite Säule
Kurz nachdem die Klagedrohung bekannt wurde, legte die Pekabe nach. So warnte der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten am Montag per Aussendung davor, dass nach 2018 nun erneut „massiven Pensionskürzungen“ zu befürchten seien. Explizit genannt wurde die Valida Pensionskasse. Diese habe vor wenigen Wochen die Leistungsberechtigten über eine Kürzung ihrer Pensionen zwischen 4,5 und 7,5 Prozent für das kommende Jahr informiert. „Diese Ankündigung erfolgte, ohne zu wissen, wie das tatsächliche Veranlagungsergebnis zum Jahresende aussehen wird, lässt aber das Schlimmste befürchten“, moniert die Pekabe.

Wie die Valida Pensionskasse gegenüber „Institutional Money“ betont, habe man basierend auf einer Gesetzesnovelle aus 2019 in diesem Jahr etwaige Pensionskürzungen im Sinne transparenter Information und Kommunikation an Leistungsberechtigte vorab avisiert. „Dieser Schritt wurde aufgrund der zum Teil dramatischen Kursentwicklungen an den Aktienmärkten im Zuge der weiter anhaltenden Corona-Krise notwendig“, erklärt eine Valida-Sprecherin.

Pekabe kritisiert „Reservekanister“-Vergleich
Der wiederholt von Pensionskassenfachverband Mag. Andreas Zakostelsky ins Treffen geführte „Reservekanister“ könne laut Pekabe das „bevorstehende Desaster“ offensichtlich nicht kompensieren. Die Argumentation des Fachverbands der Pensionskassen, dass die Pensionskassen Reserven gebildet haben, sei laut Pekabe schlichtweg falsch: die Schwankungsrückstellung hätten ausschließlich die Berechtigten selbst bezahlt, indem man einfach Pensionserhöhungen nicht ausbezahlt hätte.

Laut Pekabe zeige sich einmal mehr, dass das österreichische Pensionskassensystem wesentliche Schwächen aufweist und die Erwartungen an ein gerechtes und nachhaltiges Pensionssystem keinesfalls erfüllt würden. Wie sonst könne es dazu kommen, dass in vielen Jahren Pensionen gekürzt wurden und viele Berechtigte bereits mehr als die Hälfte der ursprünglichen Pension für immer verloren haben, moniert die Pekabe.

Die Valida Pensionskasse reagierte auf die geäußerte Kritik, dass eine sachliche Diskussion, die den langfristigen Mehrwert einer Zusatzpension betont, anstatt jüngste Kursentwicklungen und ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Anlageergebnis in den Vordergrund zu rücken, wünschenswert sei.

„Steuerzuckerl“ für Bezieher von Zusatzpensionen vorgeschlagen
Peter Weller, der Vorsitzende von Pekabe, bringt einen Vorschlag ins Spiel: „Die Pensionisten müssen immer für die Verluste einstehen, während die Pensionskassen keinerlei Verantwortung für das Anlageergebnis übernehmen und sogar Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Die Politik ist dringend aufgerufen hier gegenzusteuern. Zum Beispiel kann man durch die steuerliche Geltendmachung der Kürzungsbeträge die Berechtigten zumindest teilweise für die Verluste entschädigen.“ (aa)

 

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