Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Warum uns der Sektor „nicht-basiskonsumgüter“ in Europa gefällt

Ad

Der Indikator für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone zeigt zunehmenden Optimismus. Gleichzeitig steigen auch die Reallöhne, und die Kreditaufnahme von Haushalten. Von diesem Trend dürfte der Sektor Nicht-Basiskonsumgüter kurzfristig profitieren.

Anzeige
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Das war die große bAV-Tagung in Berlin + Fotogalerie

Auf der 18. Handelsblatt Jahrestagung Betriebliche Altersversorgung 2017 trafen sich vom 27. – 29. März in Berlin die bAV-Experten Deutschlands. Im Fokus standen zum einen die bevorstehende Betriebsrenten-Reform, die erstmals auch reine Defined Contribution-(DC)-Pläne zulassen soll.

mr_karch_3.jpg
Heribert Karch, Vorsitzender des Vorstands der aba und Geschäftsführer der Metallrente, stellte die Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Sozialabgaben.

Es ist schon Tradition, dass Politiker der unterschiedlichen Parteien auf der Veranstaltung ihre Vorhaben und Meinungen zum Thema Betriebsrenten darstellen. Erklärtes Ziel ist eine größere Verbreiterung der Betriebsrente. So erklärte Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Die Betriebsrenten-Reform sieht ein Opt-Out-Modell vor. Davon erhoffen wir uns ein gewisses Trägheitsmoment.“ Fast entschuldigend fügt sie an: „Wir locken die Leute ja nicht in irgendwelche ominösen Verträge.“ Auch im Finanzministerium ist man zufrieden mit der geplanten Reform. Dr. Michael Meister MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen: „Wichtig ist neben der gesetzlichen auch die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Diese wollen wir stärker fördern.“

Redaktioneller Hinweis: "Institutional Money" war vor Ort und präsentiert Ihnen die Highlights dieser Tagung in einer Fotogalerie:


Im Großen und Ganzen sind die Experten zufrieden mit der geplanten Reform

Für diese Reform fand am 27. März auch eine parlamentarische Anhörung statt. Allerdings stellte Dr. Carola Reimann, MdB, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, auch in einer Diskussionsrunde klar fest: „Wir können in der Rente nicht alles reparieren, was im Arbeitsleben nicht geklappt hat.“ Sie verweist dabei z.B. auf die schwierige Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie nach der Familienzeit wieder von Teilzeit auf Vollzeit aufstocken wollen. 

Auch ohne Garantie keine „Pokerrente“

Mit den neuen Zielrenten, die ohne Garantie durch den Arbeitgeber ausgestattet sind, ist die Mehrheit zufrieden. Entsprechend kritisiert wurde daher Mattias W. Birkwald, MdB und Vertreter der Partei Die Linke für die Verwendung des Ausdrucks „Pokerrente“, weil nach dem aktuellen Entwurf des Betriebsrentenstärkungsgesetzes auch Rentenzusagen ohne Garantien gegeben werden können. Die öffentliche Verwendung solcher Ausdrücke schwäche das Vertrauen der Bevölkerung in die Betriebsrente generell; und das ausgesprochene Ziel sei ja gerade, deren Verbreitungsgrad insbesondere in den Niedriglohngruppen und in kleinen und mittleren Betrieben zu erhöhen.

Doppelverbeitragung der Rente ist Stein des Anstoßes

Heribert Karch, Vorsitzender des Vorstands der aba und Geschäftsführer der Metallrente, stellte die Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Sozialabgaben: „Wir wollen, dass der eingesparte Sozialabgaben-Anteil bei der Entgeltumwandlung von den Arbeitgebern zugeschossen wird. Das ist ja wohl das Mindeste!“

Zu diesem Thema fand vor dem Veranstaltungshotel auch eine Mini-Demonstration, bestehend aus drei Demonstranten und einem Plakat, statt. Dabei handelte es sich um den Verein der Direktversicherungsgeschädigten e.V., deren Mitglieder sich nach Jahren der Einzahlung in eine Direktversicherung darüber ärgern, bei Auszahlung ihrer Verträge sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil für die Krankenversicherung zahlen zu müssen. Hier besteht offenbar noch Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers.

EIOPA arbeitet an Personal European Pension Plans (PEPP)

Gabriel Bernardino (Bild rechts), Chairman der European Insurance and Occupational Pension Authority (EIOPA) lobte in seinem Vortrag die deutsche Gesetzesvorhaben und sieht Deutschland geradezu als Vorreiter für Betriebsrenten in Europa. „Ein Anliegen ist uns eine größere Transparenz und gutes Risikomanagement bei den Pensionen in Europa.“ Er stellt auch den Personal European Pension Plan (PEPP) vor, ein Vehikel für die 3. Säule, das die EIOPA auf EU-Ebene einführen will.

Weitere Themenbereiche, die angesprochen wurden, waren die IORP II-Richtlinie, Rechtsprechung zum Thema der Betriebsrenten, die problematische Kluft zwischen dem Rechnungszins in der Handels- und der Steuerbilanz, die Investmentsteuerreform und weitere Gebiete, die für die Verantwortlichen der Betriebsrenten wichtig sind. (ad)

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen