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Kapitalmarktunion: Fortschritte, politische Impulse sind aber wichtig

Der Verband für Finanzmärkte in Europa (Association for Financial Markets in Europe – AFME) hat einen neuen Bericht zum Fortschritt auf dem Weg zur EU-Kapitalmarktunion (Capital Markets Union – CMU) veröffentlicht.

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Simon Lewis ist CEO der Association for Financial Markets in Europe (AFME).
© AFME

Das Vorzeigeprojekt der EU-Kommission zur Integration der europäischen Kapitalmärkte wurde dazu in Zusammenarbeit mit neun führenden Verbänden aus dem Kapitalmarktumfeld anhand von sieben Indikatoren analysiert. Deutschland liegt in der Länderwertung im oberen Mittelfeld.

Illustre Runde an mitarbeitenden Organisationen
Verfasst wurde der Bericht von AFME, unterstützt von der Climate Bonds Initiative (CBI) sowie von weiteren wichtigen europäischen Verbänden mit direktem Kapitalmarktbezug: Business Angels Europe (BAE) und European Business Angels Network (EBAN) für den Bereich Start- und Frühfinanzierung, European Fund and Asset Management Association (EFAMA) für den Bereich Fonds- und Asset Management, Crowdfunding Network Europe (ECN) für den Bereich Schwarmfinanzierung, European Investors Association (European Investors) für die Kapitalanleger, der Federation of European Securities Exchanges (FESE) als europäischem Börsenverband, Invest Europe für den Bereich Risikokapital und Private Equity und Pensions Europe für den Bereich Altersvorsorge.

Erste Veröffentlichung einer jährlichen Reihe zur Analyse der CMU-Fortschritte 
Der Bericht mit dem Titel „Capital Markets Union Key Performance Indicators: Measuring progress and planning for success“ (Kennzahlen zur Kapitalmarktunion: Fortschritte messen und erfolgreich planen) ist die erste Veröffentlichung einer jährlichen Reihe zur regelmäßigen Analyse der Fortschritte des CMU-Projekts sowie zur Identifikation der als nächstes erforderlichen Schritte. Er stellt auch den ersten direkten Vergleich der Fortschritte einzelner EU-Mitgliedstaaten mit Blick auf die Ziele der Kapitalmarktunion dar.

Fortschrittsbericht gibt Anhaltspunkte
Simon Lewis, Chief Executive der AFME, erklärte dazu: „Drei Jahre nach dem Start des Aktionsplans zur Kapitalmarktunion und mit Hinblick auf das nahende Ende der Legislaturperiode der Juncker-Kommission bietet dieser Bericht eine gute Gelegenheit, die bisher erzielten Fortschritte bezüglich der entscheidenden Ziele der Kapitalmarktunion zu überprüfen. Unser Bericht zeigt, dass die Kapitalmarktunion ein langfristiges Projekt sein wird. Es geht nicht darum, kurzfristige Ziele abzuhaken, sondern darum, dass dieses wichtige Projekt seinen langfristigen Zweck erfüllt. Vor allem aber dürfen wir angesichts der Vielzahl von Herausforderungen, mit denen sich Europas Kapitalmärkte derzeit konfrontiert sehen, die Bedeutung einer effektiven Kapitalmarktunion für die Zukunft Europas nicht aus den Augen verlieren.“

Einige der wichtigsten Ergebnisse des Berichts
- Europa verlässt sich weiterhin zu stark auf Bankdarlehen: 86 Prozent der Neufinanzierungen von EU-Unternehmen 2017 stammen von Banken und nur 14 Prozent aus den Kapitalmärkten.
- Die Verfügbarkeit von Kapitalpools in Europa hat sich in den letzten Jahren in den meisten europäischen Ländern ermutigend verbessert. Der durchschnittliche EU-Haushalt spart zwar etwa zweimal so viel wie ein US-Haushalt, jedoch beträgt der Anteil der in Kapitalmarktinstrumenten angelegten Ersparnisse in Europa das 1,18-fache des Jahreseinkommens (gemessen am BIP), während er in den USA beim 2,9-fachen liegt.
- Europa führt global bei nachhaltiger Finanzierung. Mehr als zwei Porzent der 2017 emittierten europäischen Anleihen wurden als nachhaltig bezeichnet. Nur fünf Jahre zuvor betrug der Anteil null Prozent, und in den USA waren es 2017 lediglich ein Prozent.
- Für europäische KMUs steht mehr Risikokapital zur Wachstumsfinanzierung zur Verfügung. Jedoch bleiben Investitionen in Risikokapital in Relation zum BIP gering. Beim Vergleich mit den USA zeigt sich noch immer eine erhebliche Differenz (in 2017: 0,8 Prozent des BIP in den USA, gegenüber 0,15 Prozent des BIP in der EU).                                  - Europäische Kapitalmärkte zeigen nach der Finanzkrise und der damit verbunden Repatriierung einiger Marktaktivitäten und Finanzierungen einen ermutigenden Trend zu mehr Integration. Kennzahlen zeigen wachsende EU-interne Aktivitäten zwischen den EU-Mitgliedstaaten bei Private Equity, M&A-Transaktionen, Schuldtitelemissionen und grenzüberschreitenden Portfolio-Beständen. Die EU-interne Integration bleibt jedoch hinter dem Niveau der Zeit vor der Krise zurück. Dies lässt darauf schließen, dass für einen voll integrierten Kapitalmarkt weitere Schritte notwendig sind.
- Es werden weniger Darlehen in Kapitalmarktinstrumente umgewandelt. Die jüngsten Jahre zeigen einen Rückgang bei der Umwandlung von Krediten in handelbare Wertpapiere wie zum Beispiel Pfandbriefe, Verbriefungen oder Kreditportfoliotransaktionen. Die Ausgabe verbriefter Produkte in Europa bleibt gedämpft, obwohl die in 2018 bislang platzierten Volumina ermutigend sind.
Markttiefe in Zentral- und Osteuropa (CEE) hat sich leicht verbessert. Die zentral- und osteuropäischen Kapitalmärkte nähern sich denen des übrigen Europas, allerdings nur langsam. (kb)

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