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Juristisches Gutachten stützt Institutionelle bei ihren ESG-Anlagen

Die internationale Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer legt mit dem ersten Bericht seiner Art einen Rechtsrahmen für die Bewältigung wichtiger ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsherausforderungen vor und zeigt Möglichkeiten für politische Reformen auf.

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© sdecoret / stock.adobe.com

Ein juristisches Gutachten einer bekannten Rechtsanwaltskanzlei stützt institutionelle Investoren im Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit: Denn Freshfields Bruckhaus Deringer (Freshfields) hat Mitte dieser Woche den neuen Bericht "A Legal Framework for
Impact" veröffentlicht, der von The Generation Foundation, der Investoreninitiative PRI (Principles for Responsible Investment) und der United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) in Auftrag gegeben wurde. Darüber informiert "PRI" in eigener Sache.

Der Bericht liefert laut PRI die erste umfassende Analyse darüber, inwieweit das Gesetz von Investoren verlangt oder erlaubt, bei der Erfüllung ihrer Pflichten bewusste Schritte zur Bewältigung von Nachhaltigkeitsherausforderungen zu unternehmen, was als "Investing for
Sustainability Impact" beschrieben wird.

Ziel: Mehr Klarheit
Investoren berücksichtigen zunehmend den Einfluss ihrer Investments auf die Umwelt und die
Gesellschaft. Das juristische Gutachten schafft Klarheit und nennt auch politische Reformen, die einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für nachhaltige Investitionen schaffen könnten. Untersucht wurden die Rechtssysteme folgender Länder: Australien, Brasilien, Kanada, China, EU, Frankreich, Japan, Niederlande, Südafrika, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten.

Der von Freshfields verfasste Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass es zwar Unterschiede zwischen den Rechtssystemen und Investorengruppen gibt, dass aber dort, wo "investing for sustainability impact" dazu beitragen kann, die finanziellen Ziele eines Investors zu erreichen, dieser wahrscheinlich verpflichtet sein wird, nachhaltige Ansätze zu verfolgen.

Maßnahmen vorgeschlagen
Die Studie nennt auch Maßnahmen, mittels derer politische Entscheidungsträger nachhaltige
Investments unterstützen könnten. Dazu zählen die Änderung der gesetzlichen Pflichten und
Ermessensspielräume von Investoren, wie z. B. das Zulassen der Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen, solange finanzielle Renditeziele vorrangig sind, und die Annahme, dass Investoren zusammenarbeiten, um die Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu bewältigen.

Es wird laut PRI damit gerechnet, dass das juristische Gutachten die Basis eines Dreijahresprogrammes von PRI, UNEP FI und der The Generation Foundation bildet. Das Programm wird sich auf fünf Jurisdiktionen konzentrieren, um ein rechtliches und regulatorisches Umfeld zu schaffen, das den globalen Nachhaltigkeitszielen gerecht wird.

"... dann ist es nicht diese Zeit"
"Wenn es jemals möglich war eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften, ohne andere wichtige Ziele zu erreichen, dann ist es nicht diese Zeit. Dieser Bericht befasst sich mit einem für Investoren wichtigen Thema in einer Zeit, in der es dringend notwendig ist, sich an der Bewältigung der größten Herausforderungen der Menschheit zu beteiligen. Er ist das Ergebnis einer einzigartigen globalen juristischen Zusammenarbeit, und wir freuen uns, ihn Investoren und der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen", kommentierten David Rouch und Juliane Hilf, die Hauptautoren und Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer. "Wir sind dankbar für die Unterstützung durch unsere Partnerkanzleien in Rechtssystemen, in denen wir nicht präsent sind, und hätten den Bericht ohne ihre Hilfe nicht fertigstellen können."

Erster Bericht seiner Art
"Dieser Bericht ist der erste seiner Art. Diese detaillierte rechtliche Analyse zeigt Investoren, dass sie sich ermächtigt fühlen sollten, alte Investitionsparadigmen zu überdenken, indem sie Risiko, Rendite und Wirkung als die Säulen einer erfolgreichen Investitionspraxis betrachten",  kommentierte David Blood, Senior Partner, Generation Investment Management.

"Dieses aufregende neue Projekt spiegelt die wachsende Dynamik hinter nachhaltigem Investieren auf der ganzen Welt wider und wird für die PRI-Unterzeichner von großem Wert sein", kommentierte Fiona Reynolds, CEO der PRI. "Freshfields hat ein vielfältiges Spektrum an Maßnahmen identifiziert, die Investoren und politische Entscheidungsträger ergreifen könnten, um Investitionen für eine nachhaltige Wirkung besser zu ermöglichen. Diese basieren auf einer umfassenden Analyse der rechtlichen und regulatorischen Bedingungen, mit denen sie in ihren jeweiligen Rechtsordnungen konfrontiert sind."

"Modernes" Finanzsystem gefordert
"Wir brauchen ein modernes Finanzsystem, das seinen Zweck erfüllt", kommentierte Inger Andersen, Executive Director des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. "Gegenwärtig fühlen sich viele führende verantwortungsbewusste Investoren durch die aktuellen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen eingeschränkt, die ursprünglich nicht darauf ausgelegt waren, die heutigen Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Dieser aufschlussreiche Bericht bietet einen neuen Weg nach vorn, indem er die aktuellen Gesetze und Änderungsoptionen aufzeigt, um einen Übergang von einer überwiegenden Integration von Umwelt-, Sozial- und Governanceaspekten zu einem weit verbreiteten Investment für Nachhaltigkeitswirkungen zu unterstützen." (aa)

 

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