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Japanische Aktien: Kein Zurück beim Reformkurs!

Kursschwankungen verstellen oft den Blick auf entscheidende langfristige Entwicklungen im Hintergrund, etwa auf die Reformen auf Markt- und Unternehmensebene in Japan. Die Experten für japanische Aktien von Nikko Asset Management sehen darin einen anhaltenden positiven Impuls für Tokios Börse.

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© Travel mania / stock.adobe.com

Ab April wird es am Aktienmarkt in Tokio drei neue Segmente geben: Prime, Standard und Growth. Diese Reform soll die globale Wettbewerbsfähigkeit der Börse verbessern. Börsennotierte Unternehmen sollen einen Anreiz haben, ihre Geschäftsabläufe weiter zu optimieren und damit ihren Unternehmenswert zu steigern. Das soll Kapital in den japanischen Markt locken.

Künftig drei Aktienmarktsegmente
Der Prime-Bereich ist für Unternehmen gedacht, die in einen „konstruktiven Dialog“ zu ihren Anlegern treten. Der Standard-Bereich ist auf Unternehmen ausgerichtet, die über eine ausreichende Liquidität verfügen und eine angemessene Unternehmensführung aufweisen. Der Growth-Bereich konzentriert sich auf Unternehmen mit hohem Wachstumspotential.

Voraussetzungen für die Prime Section
Nach Angaben der Börse in Tokio erfüllten 664 Unternehmen (etwa ein Drittel) in der derzeitigen First Section die Zulassungsvoraussetzungen für die neue Prime Section nicht, bevor sie im vierten Quartal 2021 einen Antrag stellten. Diese Unternehmen haben zwei Möglichkeiten: Entweder treffen sie Kapitalmaßnahmen, um die Anforderungen doch zu erfüllen, oder sie lassen sich im Standard oder Growth nieder (oder sie müssen mit einem Delisting rechnen, wenn sie die Anforderungen für keines der neuen Marktsegmente erfüllen können). Damit ein Unternehmen in Prime notiert werden kann, müssen über 35 Prozent seiner ausstehenden Aktien handelbar sein und die handelbare Marktkapitalisierung muss mehr als zehn Milliarden Yen betragen. Außerdem müssen sie die Anzahl der unabhängigen Direktoren auf mindestens ein Drittel ihres Vorstands erhöhen. Diese Förderung der Vielfalt soll die von Männern dominierten Vorstandsetagen für neue Talente mit anderen Perspektiven öffnen.

Entflechtung von Aktienbeteiligungen läuft auf Hochtouren, Buy-Backs steigen
Angesichts dieser Entwicklungen veräußern bereits immer mehr Großaktionäre auf Wunsch der Unternehmen ihre Aktien. Darüber hinaus haben Aktienrückkäufe zugenommen. Management-Buy-outs und die Vollkonsolidierung von börsennotierten Tochtergesellschaften haben ebenfalls zugenommen. Das alles setzt Werte frei.

Corporate-Governance
Seit der Einführung des Corporate-Governance-Kodex (CG-Kodex) im Jahr 2015 ist zudem die Zahl der unabhängigen Direktoren und Frauen in den Vorständen der Unternehmen stetig gestiegen. Nikko AM gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Investorenwettbewerb
Japans Regierung hat mit der "Comply-or-Explain"-Regel den Grundstein gelegt, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für verschiedene Investoren zu schaffen. Die Zahl aktivistischer Investoren, die den japanischen Markt für attraktiv halten, hat zugenommen; die Zahl der Aktionärsanträge steigt im gleichen Maße. Zum Beispiel wird die Ankündigung von Toshiba, sein Geschäft in drei Segmente aufzuteilen, auch als Ergebnis des Drucks aktivistischer Investoren auf das Unternehmen gesehen. 

Einerseits bemühen sich diese Investoren, der Sicht von Minderheitsinvestoren Gehör zu verschaffen. Andererseits unterbreiten strategische Investoren zunehmend Vorschläge zur vollständigen Übernahme von Unternehmen, häufig ohne vorherige Zustimmung des betroffenen Managements.

Feindlicher Übernahmeversuch im Bankensektor war erfolgreich
Ein Beispiel ist der feindliche Übernahmeversuch der Shinsei Bank durch das Online-Finanzunternehmen SBI Holdings, der erste seiner Art im japanischen Bankensektor. Um den Versuch abzuwehren, entschied sich die Bank für den Einsatz einer Giftpille: Das Übernahmeangebot sollte auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung im November 2021 zur Abstimmung gestellt werden. Aufgrund einer Rettungsaktion in den späten 1990er Jahren hielt die japanische Regierung eine Beteiligung an der Bank. Die zuständige Behörde unterstützte das Vorhaben der Bank nicht. Aus Sicht von Nikko AM war dies eine klare Botschaft an die Kapitalmärkte, dass die Regierung den Wettbewerb um die Unternehmenskontrolle befürwortet und ihn als vorteilhaft für Investoren und Gesellschaft ansieht. Shinsei Bank zog die Giftpille schließlich zurück und sagte die außerordentliche Aktionärsversammlung ab; SBI Holdings und Shinsei Bank einigten sich auf eine Integration und Zusammenarbeit unter einem neuen Managementteam.

Unternehmenskultur in Japan eindeutig im Wandel begriffen
Die Experten von Nikko AM betrachten dies als eine positive Entwicklung, dank derer Unternehmen in den Händen der „natürlichen Eigentümer“ belassen werden, um den Shareholder Value zu maximieren. (kb)

 

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