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Japan vor der Wende? Notenbank könnte das Inflationsrisiko entdecken

​Auch das seit Jahrzehnten immer wieder unter Deflation leidende Japan ist nicht immun gegen den globalen Inflationsschub. Nun könnte die Notenbank ihre seit langem vertretene Ansicht ändern, derzufolge die Preisrisiken hauptsächlich nach unten weisen.

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© monticellllo / stock.adobe.com

Angesichts des sich in zahlreichen Statistiken zeigenden Inflationsdrucks werde das Board der Bank of Japan bei seiner Sitzung am 17. und 18. Januar erörtern, ob diese Einschätzung noch angemessen ist, hat Bloomberg von Insidern erfahren. Debattiert werden dürfte auch eine Anpassung der Wachstumsprognosen, hieß es.

Höchster Erzeugerpreisanstieg seit 41 Jahren in Japan

Ohne Preiserhöhungen wird es nicht gehen
Auch wenn sich die Einschätzung zu den Preisrisiken ändert: Ein Signal für eine Normalisierung der Geldpolitik wäre damit noch lange nicht in Sicht, sagen die Personen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist die Teuerungsrate in Japan noch immer weit vom Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank entfernt. Die Erwägungen unterstreichen allerdings, dass zumindest ein Teil der globalen Inflation in Japan ankommt. Die Erzeugerpreise stiegen kürzlich so schnell wie seit 41 Jahren nicht mehr. Dies signalisiert, dass es für die Unternehmen immer schwieriger wird, Preiserhöhungen zu vermeiden.

Japan als Blaupause
Japan war in den 1990er Jahren die erste große Volkswirtschaft der Nachkriegszeit, die mit Deflation und einem markanten Rückgang des langfristigen Wachstums zu kämpfen hatte. Die Notenbank des Inselstaates war daraufhin die erste, die ihre Zinsen auf Null senkte, und, als das nicht funktionierte, ab 2001 Pionierarbeit bei der quantitativen Lockerung leistete.

Kommen jetzt Lohnerhöhungen?
Aktuell zeigen die japanischen Verbraucherpreise zwar weiterhin nur eine Inflation von 0,5 Prozent. Bereinigt um die drastisch gesenkten Mobilfunkgebühren ergibt der Preisindex für November jedoch schon ein Plus von zwei Prozent, wie Berechnungen von Bloomberg zeigen. Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda sagte im vergangenen Monat, ohne Lohnwachstum sei die Inflation nicht nachhaltig. Premierminister Fumio Kishida drängte die Großunternehmen am Mittwoch, die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiter in diesem Jahr zu erhöhen.

Wachstumsprognosen werden überarbeitet
Im dritten Quartal ist die Wirtschaftskraft Japans unerwartet stark geschrumpft. Angesichts fortgesetzter Lieferengpässe wird die Bank of Japan ihre derzeitige Wachstumsprognose von 3,4 Prozent für das laufende Fiskaljahr, das im März endet, wohl senken, wie aus informierten Kreisen verlautete. Die Wachstumsprognose für das im April beginnende Fiskaljahr 2022 dürfte indessen angehoben werden, hieß es unter Verweis auf das Konjunkturpaket von Kishida und eine erwartete Belebung von Konsumausgaben und Produktion. Derzeit liegt die Schätzung bei einem BIP-Anstieg um 2,9 Prozent. (kb)

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