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IV Kapitalmarkt KMU lehnt Wachstumsmarkt-Konzept der EU-Kommission ab

Der Interessenverband Kapitalmarkt KMU hält das KMU-Wachstumsmarkt-Konzept in dieser Form für misslungen. Kein Mittelständler in Deutschland würde von den Erleichterungen profitieren. Damit wäre der deutsche Mittelstand im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten benachteiligt.

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Ingo Wegerich, Präsident des Interessenverbandes Kapitalmarkt KMU 
© Luther Lawfirm

Die EU-Kommission hat im Rahmen der EU-Initiative „Unterstützung und Förderung der Nutzung von KMU-Wachstumsmärkten“ einen Verordnungsvorschlag veröffentlicht. Dieser sieht eine Reihe von Erleichterungen von der Marktmissbrauchsverordnung für Unternehmen vor, die an sogenannten KMU-Wachstumsmärkten notieren. Beispielsweise haben Emittenten bei sogenannten Directors‘ Dealings (Eigengeschäften von Führungskräften) zukünftig zwei Geschäftstage nach Erhalt der Meldung Zeit, die entsprechenden Informationen zu veröffentlichen. Gegenwärtig muss die Veröffentlichung noch am gleichen Tag erfolgen, wenn die Führungskraft erst am dritten Tag die Eigengeschäfte dem Unternehmen meldet, was kaum praktikabel ist.

Kein KMU-Wachstumsmarkt wie in Deutschland, kein Profiteur
Der Regulierungsaufwand durch die Marktmissbrauchsverordnung und die damit verbundenen Verwaltungskosten werden insbesondere von vielen mittelständischen Unternehmen als großes Hemmnis für eine Unternehmensfinanzierung über die Kapitalmärkte angesehen. Die jetzt von der EU-Kommission vorgesehenen Erleichterungen für KMU sind jedoch an den Begriff des KMU-Wachstumsmarktes gebunden.

Politik ist gefordert, sonst sind deutsche Mittelständler schwer benachteiligt
„Die dringend notwendigen Erleichterungen für KMUs sollten an die KMU-Eigenschaft geknüpft werden und nicht an einen KMU-Wachstumsmarkt, dessen Registrierung noch von der Börse bei der zuständigen Behörde beantragt werden muss“, sagt der Präsident des Interessenverbandes Kapitalmarkt KMU Ingo Wegerich. „Gegenwärtig ist in Deutschland kein KMU-Wachstumsmarkt registriert – damit würden zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland alle geplanten Erleichterungen ins Leere laufen und der deutsche Mittelstand wäre gegenüber dem Mittelstand in anderen EU-Mitgliedstaaten erheblich benachteiligt. Hinzu kommt, dass nur 50 Prozent der Unternehmen an einem KMU-Wachstumsmarkt selbst KMU sein müssen. Dies bedeutet, dass in anderen Ländern auch große Unternehmen, die an einem KMU-Wachstumsmarkt notieren, von den Erleichterungen profitieren können. Die Politik in Deutschland ist auf diese Fehlkonstruktion noch nicht aufmerksam geworden. Hier ist dringendes Einschreiten gegenüber der Europäischen Kommission geboten.“ (kb)

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