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Intensiver NGO-Druck auf EZB: Kreditsicherheiten sollen grüner werden

Klimaaktivisten haben die Europäische Zentralbank aufgefordert, ihr Regelwerk zu Kreditsicherheiten umweltfreundlicher auszugestalten. NGOs wollen eine grüne Geldpolitik über einen höheren Haircut für Sicherheiten von Emittenten mit höherem CO2-Ausstoß durchsetzen.

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© Alexander Pokusay / stock.adobe.com

In einem am Mittwoch von Greenpeace und der New Economics Foundation veröffentlichten Papier - zur deutschen Kurzfassung geht es hier -  wird kritisiert, die EZB akzeptiere einen überproportional hohen Anteil von Anleihen CO2-intensiver Unternehmen als Sicherheiten. Solche Unternehmen profitierten bei der Risikoeinschätzung zudem von niedrigeren Abschlägen, den sogenannten Haircuts, so die Umweltschützer, was einer “systematischen Vorzugsbehandlung von Wertpapieren kohlenstoffintensiver Emittenten” entspräche.

EZB soll keinen "schmutzigen" Anleihen ankaufen 
Nur wenn “schmutzige” Anleihen von fossilen Energieunternehmen sowie anderen kohlenstoffintensiven Firmen von Ankäufen ausgeschlossen werden und wenn bei der Festlegung von Haircuts Klimarisiken mit berücksichtigt würden, kann eine deutliche Reduzierung der Kohlenstoffintensität erreicht werden, so die Forderungen der NGOs.

Bleibt die EZB bei ihrer Marktneutralität?
Die EZB hat lange argumentiert, sie müsse sich marktneutral verhalten in Bezug auf Sicherheiten und Anleihekäufe, erkennt jedoch nun Klimarisiken an und scheint bereit, ihre Haltung zu überdenken. Das Thema ist ein Schwerpunkt von Christine Lagardes Präsidentschaft und der aktuellen Überprüfung der strategischen Ziele des Instituts. Die Ergebnisse der strategischen Überprüfung der EZB werden zwar erst in einem halben Jahr veröffentlicht, jüngste Kommentare deuten jedoch darauf hin, sagt Bloomberg News, dass die Positionen der Notenbanker und der Klimaaktivisten nicht allzu weit auseinander lägen.

Die Bank von England ist einen Schritt weiter
Ihr Mandat wurde ausgeweitet, und Hilfe beim Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft gehört nun offiziell zu ihren Zielen.

Dekarbonisierung der EZB-Bilanz ante portas
Francois Villeroy de Galhau sprach sich erst kürzlich für eine Dekarbonisierung der Bilanz der EZB aus. Isabel Schnabel, eine weitere Befürworter einer aktiveren Klimapolitik, wies letzte Woche darauf hin, dass der Ansatz der Marktneutralität nach der strategischen Überprüfung der Ziele der EZB in der derzeitigen Form womöglich nicht bestehen bleibt.

Einstweilen jedoch stellen Unternehmen mit einer schlechten CO2-Bilanz laut der Studie von Greenpeace 59 Prozent der von der EZB als Sicherheit akzeptierten Unternehmensanleihen. Ihr Beitrag zur Wirtschaftsleistung und Beschäftigung betrage dagegen höchstens die Hälfte. Anleihen solcher Unternehmen dürfte die EZB unter den vorgeschlagenen Regeln nur noch ankaufen, wenn sie als grüne Anleihen ausgestaltet wären. Das wäre ein starker Anreiz für die betroffenen Unternehmen, klimafreundlicher zu werden.

Alternative Szenarien
Klimaaktivisten fordern von der EZB, dass diese ihre Collareral-Liste in Richtung Klimapolitik überarbeitet und Haircuts (Abschläge) von den Sicherheiten an der CO2-Intensität der Emittenten ausrichtet.

(kb)

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