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Hamburg Commercial Bank-Bonds: Geschädigte Anleger bilden IG

Anleihegläubiger der Hamburg Commercial Bank gründen eine Interessengemeinschaft (IG), um gemeinsam gegen die ehemalige HSH Nordbank vorzugehen und um einen Haircut zu vermeiden.

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Ein Haircut ist nie schön, vor allem für Anleihenbesitzer.
 
© Smith / stock.adobe.com

Wie die Neuwerk Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB per Aussendung informiert, hat eine Gruppe von Privatanlegern, die Tier-1-Anleihen der Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) besitzen, sich zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammenschlossen, die von Dr. Johannes Deiß bei Neuwerk Partnerschaft von Rechtsanwälten vertreten wird.

Ziel der Gruppe sei es, die Anlegerinteressen vor dem Hintergrund verschiedener Handlungen der Bank zu schützen, die aus Sicht der Gruppe rechtswidrig sind. Dazu zählen laut der Anwaltskanzlei Neuwerk unter anderem falsche Angaben der Bank gegenüber Anlegern sowie mögliche Verstöße gegen das Wertpapierrecht.

Mehr als 90 Prozent Haircut möglich
In ihren jüngsten Ankündigungen habe die HCOB erklärt, dass sie beabsichtige, den Anleihegläubigern Verluste aufzuerlegen, die 90 Prozent des Nennwertes ihrer Anleihen übersteigen können. Gleichzeitig floriere laut Neuwerk die Bank und ihre neuen US-Private Equity-Eigentümer Cerberus Capital Management, J.C. Flowers & Co. sowie GoldenTree Asset Management, beabsichtigen, Gewinne auf Kosten der Gläubiger einzustreichen.

Die Bank und ihre neuen Eigentümer hätten dies Neuwerk zu Folge bereits in der Vergangenheit getan und würden dies auch weiterhin tun, indem sie der Bank unangemessene Verluste auferlegen und die stillen Einlagen der Bank mit Hilfe von Bilanzierungstricks herunterschreiben. Dies geschehe laut Neuwerk unter anderem durch Verlustvorträge und die Aufrechterhaltung unnötig hoher Reserven. „Tatsächlich können die Tier-1-Anleihen der HCOB sofort wieder auf 100 Prozent hochgeschrieben werden, wenn die Bank die mindestens 2,3 Milliarden Euro Reserven, die sie aus unserer Sicht rechtswidrig aufrechterhält, auflösen würde“, betont Neuwerk in ihrer Aussendung.

HCOB sollte auf ihren guten Ruf achten
Die HCOB selbst habe erklärt, dass zwei ihrer drei zukünftigen Finanzierungssäulen die Platzierung von Anleihen an den Kapitalmärkten und die Gewinnung von Privatkundeneinlagen sein werden. Die Gruppe sit daher der Ansicht, dass es im eigenen Interesse der Bank liegen sollte, ihren Verpflichtungen nachzukommen und mit ihren bestehenden Gläubigern fair umzugehen.

"Unser Ziel ist es, die potenziell Hunderte von Privatanlegern zu koordinieren und sicherzustellen, dass ihre Rechte gegen die Bank und ihre neuen Eigentümer vertreten werden. Während wir unsere Bemühungen entsprechend mit den bestehenden HCOB-Gläubigergruppen abstimmen werden, brauchen die Privatanleger einen eigenen Platz am Verhandlungstisch und müssen mit einer Stimme sprechen.“, erklärt Dr. Johannes Deiß von Neuwerk.

Folgende Anleihen seien laut Neuwert derzeit von den unzulässigen Bilanzierungspraktiken und -maßnahmen der HCOB negativ betroffen:

- HSH Nordbank SPHERE Securities USD 500 Mio.; Stückelung USD 1.000 pro Anleihe ISIN: XS0221141400

- HSH Nordbank SPARC Securities 500 Mio. EUR; Stückelung 1.000 EUR pro Anleihe: ISIN: XS0142391894

- RESPARCS Funding Limited Partnership I Securities USD 300 Mio.; Stückelung USD 1.000 pro Anleihe ISIN: XS0159207850

- RESPARCS Funding II Limited Partnership Securities EUR 500 Mio.; Stückelung EUR 1.000 pro Anleihe ISIN: DE00098425422542

 

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