Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Regulierung

| Regulierung
twitterlinkedInXING

Mehr Nachhaltigkeit in der betrieblichen Altersvorsorge wird Pflicht

Das EU-Parlament und der Rat der EU haben offiziell ihre Einigung auf neue EU-Regeln für die betriebliche Altersvorsorge bekanntgegeben. Bei Investitionen müssen betriebliche Altersversicherungen zukünftig eine Divestment-Strategie verfolgen und damit aus Investitionen in fossile Energie aussteigen.

where-to-invest.jpg

Die betrieblichen Altersvorsorge-Einrichtungen müssen ihre Gelder nach sozialen und ökologischen Kriterien anlegen und eine gute Unternehmensführung berücksichtigen, also die ESG-Kriterien in der Vermögensanlage umsetzen. Zudem erhalten die Versicherten künftig detailliertere Informationen zu ihren voraussichtlichen Versicherungsleistungen sowie zu den Kosten des Pensionsfonds.

Verbraucher-Vertreter jubilieren

Dr. Annabel Oelmann, Vorstand Verbraucherzentrale Bremen, meinte dazu, dass man die Einigung des Europäischen Parlaments und des Rats der EU auf neue Regeln für die betriebliche Altersvorsorge begrüße. Das sei ein großer Schritt, um die Fondsvermögen im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge in nachhaltige Investitionen zu lenken, sagte sie weiter. Zudem hoffe man, dass dies als Initialzündung diene, um den Marktanteil der nachhaltigen Geldanlagen dadurch deutlich zu steigern.

Die Verbraucherzentrale Bremen fordert, die staatliche Förderung der Altersvorsorge an gesetzlich festgelegte ethisch-ökologische Kriterien zu koppeln. Mit diesem Beschluss rücke eine entsprechende Regelung näher, so Oelmann.

"Divestment" als Trend

Kapital aus klimaschädlichen Unternehmen abzuziehen und anderweitig anzulegen, entspricht dem Zeitgeist. In der internationalen Divestment-Bewegung "go fossil free" werden institutionelle Anleger, wie zum Beispiel Länder, Städte, Universitäten, Stiftungen oder Finanzdienstleister wie Versicherungen aufgerufen, ihre Aktien, Anleihen oder andere Unternehmensbeteiligungen aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie zu verkaufen.

"Go fossil free"-Bewegung

Die Bewegung nennt 200 börsengehandelte Unternehmen aus diesen Branchen, darunter RWE, BASF, Total, BP oder Shell. Das Prinzip dieser Bewegung: keine finanzielle Unterstützung klimaschädlicher Unternehmen und das Bekenntnis zum verantwortungsvollen Investieren. Über 500 Institutionen und Kommunen haben sich bereits zum Divestment entschlossen, darunter die Stadt Münster und der norwegische Pensionsfonds. Der Fonds ist der weltweit größte Staatsfonds und verwaltet knapp 900 Milliarden Euro.

Ob man mit dieser weiteren Einschränkung des Anlageuniversums den künftigen Betriebsrentenbeziehern renditetechnisch weiterhilft, muss die Zukunft zeigen.... (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren