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Grunderwerbsteuerreform: Was steht im Referententwurf zu Share Deals?

Der neue Referentenentwurf des BMF betreffend die Grunderwerbsteuerreform legt Übergangsregelungen fest. Trotz aller Verschärfungen gibt es auch gute Nachrichten für Investoren: Der Stichtag wird vorteilhafter geregelt.

Martina Hertwig, Partnerin und Wirtschaftsprüferin bei Baker Tilly sowie Mitglied des ZIA-Vorstands
Martina Hertwig, Partnerin und Wirtschaftsprüferin bei Baker Tilly sowie Mitglied des ZIA-Vorstands
© Baker Tilly_Ann-Christine Krings

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat Mitte dieser Woche einen Referentenentwurf vorgelegt, der neben anderen steuerlichen Neuregelungen auch die Novelle des Grunderwerbsteuerrechts enthält. Darüber berichtet die Sozietät Baker Tilly.

Bekannte, aber auch neue Informationen
Während der Entwurf die bereits bekannten Vorgaben zu Share Deals (Absenkung der steuerauslösenden Grenze auf 90 Prozent und Verlängerung der Haltefrist von fünf auf zehn Jahre, sowie Schaffung eines Ergänzungstatbestandes auch für Kapitalgesellschaften bei Gesellschafterwechsel) unverändert enthält, gibt es auch neue Informationen. Neu ist insbesondere der Stichtag, ab dem die Regelungen in Kraft treten.

„Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Regeln bereits ab 31. Dezember 2018 gelten, dass also laufende Transaktionen betroffen sind. Der Referentenentwurf legt jedoch den 31. Dezember 2019 als Stichtag fest. Das heißt, bis Ende 2019 können noch Share-Deals nach altem Recht mit den alten Grenzen gemacht werden," erklärt Martina Hertwig, Partnerin und Wirtschaftsprüferin bei Baker Tilly sowie Mitglied des ZIA-Vorstands.

Des Weiteren konkretisiert der Entwurf die Übergangsregelungen. Share Deals nach altem Recht, bei denen die bislang geltenden Fristen abgelaufen sind, sind unproblematisch.

Fallstricke drohen
„Besondere Vorsicht ist aber geboten, wenn bei in der Vergangenheit durchgeführten Share-Deals die alte Fünf-Jahresfrist zum 31. Dezember 2019 noch nicht abgelaufen ist. In diesem Fall verlängert sich die Frist auf zehn Jahre. Selbst kleine Anteilsübertragungen in diesem Zeitraum können Grunderwerbsteuer auslösen“, führt Dr. Christian Reibis, Partner, Wirt-schaftsprüfer und Steuerberater bei Baker Tilly, aus.

Stellungnahmen bis 5. Juni 2019
Die Verbände haben bis zum 5. Juni 2019 Zeit, zu dem Referentenentwurf Stellung zu neh-men. Hertwig erklärt abschließend: „Zudem muss der Referentenentwurf noch mit den anderen Ministerien abgestimmt werden. Daher bleibt abzuwarten, ob sich noch Änderungen an den geplanten Neuregelungen ergeben werden.“ (aa)

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