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Goldraub? Kanadischer Minenbetreiber verklagt Staat

Die schon immer schwierige Beziehung zwischen der kirgisischen Regierung und dem kanadischen Betreiber der größten Goldmine der Republik mündet nun in einen Streit vor Gericht. Zudem sind mehrere Tonnen des Edelmetalls spurlos verschwunden.

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© Petrovich12 / stock.adobe.com

In der zentralasiatischen Republik Kirgistan ist ein handfester Krach zwischen der Regierung und dem Betreiber der größten Goldmine des Landes mit Namen Kumtor eskaliert. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die kirgisische Regierung unter Präsident Sadyr Dschaparow hatte dem Unternehmen Kumtor Gold Company, einer Tochter des kanadischen Minenmultis Centerra Gold, im Mai 2021 Verstöße gegen Umwelt- und Sicherheitsauflagen sowie Steuerrückstände von rund 170 Millionen Dollar (149 Millionen Euro) vorgeworfen. Das kirgisische Parlament verabschiedete daraufhin ein Gesetz, das es der Regierung erlaubte, ein externes Management für Kumtor einzusetzen. Damit verlor Centerra Gold den Zugang zur Mine.

Centerra widerspricht der FAZ zufolge den Anschuldigungen und hat ein Schiedsverfahren in Stockholm beantragt. Zudem verklagen die Kanadier den regierungsseitig eingesetzten Manager Tengis Bolturuk. Das frühere Vorstandsmitglied von Centerra Gold werde beschuldigt, mit der kirgisischen Regierung bei der Übernahme der Mine zusammengearbeitet zu haben. Kirgistan wiederum hat Centerra Gold verklagt, weil das Unternehmen angeblich Arbeitnehmerrechte verletzt und den Zugang zu den eigenen Computern in Kumtor blockiert haben soll, so die FAZ.

Verstaatlichung stand immer wieder zur Debatte
Die Zusammenarbeit zwischen der kirgisischen Regierung und Centerra Gold ist offenbar nie ganz rund gelaufen. Aufgrund mehrfacher Regierungswechsel sei das Vertragswerk bis 2019 über ein Dutzend Mal modifiziert worden. Der Vertrag war 1992 mit dem kanadischen Minenbetreiber Cameco ausgehandelt worden, aus dem später Centerra Gold hervorging.

In den Jahren seit 1992 habe immer wieder auch eine Verstaatlichung der Mine zur Debatte gestanden, gegen die sich Cameco und später Centerra Gold wehrten. Als im Herbst 2020 jedoch der Nationalist Sadyr Dschaparow zum zweiten Mal an die Macht kam, riss er die Mine mit der Beauftragung des externen Managements an sich.

Wo ist das Gold?
Seitdem sind der FAZ zufolge auch mehrere Tonnen Gold verschwunden und die kirgisischen Goldexporte eingebrochen. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes habe der Wert der Exporte in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres fast 287 Millionen Dollar (251 Millionen Euro) betragen, schreibt die Zeitung. 2020 hätten die Goldexporte von Januar bis November noch einen Wert von knapp 906 Millionen Dollar (792 Millionen Euro) gehabt. Auch in den Vorjahren war er um ein Vielfaches höher. Ob sich das Gold noch im Land befindet, ist bislang nicht abschließend geklärt. (am)

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