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Fondsverbände fordern Kurskorrektur bei Mifid-II-Regeln

Seit der Neufassung der Finanzmarktrichtlinie zahlen Fondsanbieter die Aufwendungen für Aktien- oder Anleihe-Analysen meist aus eigener Tasche. Zwei wichtige europäische Branchenverbände fordern nun, dass die EU-Kommission diese Regeln überarbeitet.

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Die Fondsbranchenverbände von Deutschland und Frankreich fordern bei den Regeln zu Researchkosten Nachbesserungen der Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Dies geht aus Stellungnahmen beider Vereinigungen auf eine Umfrage der EU-Kommission hervor. Diese fragt zwei Jahre nach dem Start von Mifid II bei den Marktteilnehmern nach, wie gut oder schlecht die Richtlinie im Alltag funktioniert.

Hintergrund ist eine Neuregelung der Ausgaben für Aktien-, Anleihen- und volkswirtschaftliche Studien externer Anbieter unter Mifid II. Mit den neuen Vorgaben beendeten die Regulierer die bisherige Praxis, wonach die Kosten für solche Analysen auch durch Handelsgebühren abgedeckt waren, die Investmentbanken und Broker den Fondsanbietern in Rechnung stellten. Diese Posten müssen nun getrennt abgerechnet und bezahlt werden. Der Großteil der Vermögensverwalter hat sich dazu entschlossen, die Researchkosten aus eigener Tasche zu zahlen und nicht den Fondsvermögen und damit den Kunden anzulasten.

Zusätzliche Kosten aufgebürdet
Der deutsche Branchenverband BVI und sein französisches Pendant AFG fordern nun Kurskorrekturen, berichtet die "Financial Times". Sie argumentieren, dass mit den neuen Vorschriften die Weitergabe der Kosten von Analysen an die Kunden sehr kompliziert geworden sei. Zudem verweisen sie darauf, dass die neuen Regeln das Angebot der Aktienstudien zu Nebenwerten deutlich reduziert habe. Beim Anleihen-Research wiederum seien den Asset Managern zusätzliche Kosten entstanden, denn bei Bonds waren Analysen ohnehin nicht über die Handelskosten finanziert worden.

Der BVI plädiert in seiner Antwort auf die Fragen der EU-Kommission dafür, dass die Staatengemeinschaft die neuen Regeln mit Blick auf die gängige Praxis am Markt überprüfen solle. Zudem solle die Kommission untersuchen, wie sich die Researchkosten tatsächlich verteilen und sicherstellen, dass Nebenwerte abgedeckt und Anleihen-Research ausgeklammert werde. Der französische Fondsverband argumentiert der "FT" zufolge in die gleiche Richtung.

Weniger Dopplungen
Der britische Fondsverband wiederum vermag der "FT" zufolge keine Beeinträchtigungen des Researchs bei Nebenwerten durch Mifid II zu erkennen. Die Lobbyisten auf der Insel gehen vielmehr davon aus, dass vor allem in den jenen Asset-Bereichen die Zahl der Studien zurückgegangen sei, die ohnehin von mehreren Anbietern abgedeckt wurden. Letztendlich sei also die Zahl der Dopplungen zurückgegangen, so die Investment Association. (ert)

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