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EZB will bei Top-Personalien in Banken zukünftig mitreden

Europäische Kreditinstitute müssen Vorstandskandidaten wohl demnächst von der Zentralbank absegnen lassen. Nationale Zulassungsverfahren bleiben davon unberührt.

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© Jakub Jirsák / stock.adobe.com

Beruft eine europäische Bank einen neuen Vorstand, benötigt dieser in der Regel das Okay der nationalen Finanzaufsicht, ehe er seinen Job antreten darf. In Zukunft werden Vorstandskandidaten wohl bereits eine Ebene höher auf Herz und Nieren geprüft: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, will die Europäische Zentralbank (EZB) demnächst über geplante Neubesetzungen in den von ihr überwachten Kreditinstituten informiert werden. Das kündigte Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht, am Dienstag (23. März) bei einer Anhörung an.

Unabhängig von nationalen Zulassungsverfahren sollen Geldhäuser der Notenbank künftig erklären, warum Vorstandskandidaten für die ihnen zugedachte Position geeignet sind. Damit wollen die Aufseher offenbar verhindern, dass sich Führungskräfte im Nachhinein als untauglich entpuppen, schreibt die FAZ. Laut Enria sollen Vorstandskandidaten stärker nach früheren Tätigkeiten und den Bedürfnissen der Bank, der sie vorstehen sollen, beurteilt werden. Darüber hinaus will die EZB klarere Kriterien aufstellen, nach denen auch bereits bestellte Vorstandsmitglieder neu evaluiert werden können, wenn es erforderlich scheint.

Klippeneffekte drohen
Die Aufsicht macht sich offenbar Sorgen darüber, wie Europas Banken durch die Corona-Krise kommen. Bei seiner Anhörung vor dem Europäischen Parlament warnte Enria vor Klippeneffekten bei Kreditausfällen. Diese könnten auftreten, wenn die staatlichen Hilfsprogramme zur Abmilderung der Krise auslaufen.

Der Chefaufseher riet Kreditinstituten einmal mehr, sich darauf einzustellen, dass die Zahl der notleidenden Kredite steigt. Seine steten Ermahnungen sollen verhindern, dass Banken unvorsichtig werden. Bisher hält sich die Zahl der Kreditausfälle nämlich in Grenzen, nicht zuletzt dank der Staatshilfen. Immerhin: Auch wegen Enrias Warnungen haben viele Banken im vierten Quartal 2020 ihre Rückstellungen für Kreditrisiken deutlich erhöht. (fp)

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