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EZB-Stresstest dürfte das Kapital der Banken weniger belasten

Der aktuelle Stresstest für die größten europäischen Banken dürfte die Kapitalquoten weniger als der letzte belasten, was unter anderem auf die hohe Profitabilität des Sektors im vergangenen Jahr zurückzuführen ist.

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Dieses vorläufige Ergebnis zeichnet sich ab, nachdem erste Meldungen einzelner Banken aus mindestens drei Ländern an die Europäische Zentralbank zeigen, dass ihre Kapitalquoten im Test weniger stark sinken als in der gleichen Phase des letzten Stresstests. Das meldet Bloomberg News. Die über die vorläufigen Ergebnisse informierten Personen wollten nicht namentlich genannt werden. Und dies, obwohl mehrere Banken konservativere Annahmen zur Berechnung des Kapitalverzehrs verwenden, so die Personen. Eine Bank hat die Rückstellungen für Kreditverluste im Vergleich zum letzten Test verdoppelt und dennoch einen etwas geringeren Kapitalverzehr erreicht, so ein Informant.

Bessere Kapitalausstattung nach höheren Erträgen
Die Banken, die am diesjährigen Stresstest der EZB teilnehmen, verfügen über eine bessere Ausgangsbasis in Form von höherem Kapital, höheren Erträgen aus dem Kreditgeschäft und niedrigeren Kosten, so die Personen. Der Test baut auf den Ergebnissen des letzten Jahres auf, als viele Banken im Euroraum Rekordgewinne einfuhren. “Da die Übung noch im Gange ist, sind die Kommentare in diesem Stadium spekulativ”, sagte ein Sprecher der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde, die den Test koordiniert.

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Finale Resultate im August
Die alle zwei Jahre durchgeführten Stresstests sind ein Schlüsselelement im Instrumentarium der EZB-Bankenaufsicht, da sie Aufschluss über die Widerstandsfähigkeit des Sektors gegenüber schweren Wirtschaftsabschwüngen geben. Die Ergebnisse beeinflussen die Aufsicht wenn sie festlegt, wie viel Kapital sie den Banken als Sicherheitspolster vorschreibt, was wiederum die Höhe der Mittel beeinflusst, die den Banken für Ausschüttungen an Investoren zur Verfügung stehen. Die endgültigen Ergebnisse werden erst im August veröffentlicht.

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Das sogenannte Negativszenario des Tests würde einen Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie einen Einbruch der Aktienmärkte und Immobilienpreise bedeuten. Dies würde zu einem Rückgang der realen Wirtschaftsleistung in der EU um 6,3 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren führen, was etwas mehr wäre als beim letzten Test. (kb)

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