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EZB soll Krisenwerkzeug gegen Stress am Rentenmarkt entwickeln

Die Europäische Zentralbank arbeitet an einem Kriseninstrument, das im Falle eines sprunghaften Anstiegs der Anleiherenditen schwächerer Euro-Länder eingesetzt werden kann. Das berichten Offizielle, die mit den Plänen vertraut sind.

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© Watcharin / stock.adobe.com

Die EZB will trotz eine möglichen Zinswende genug Pfeile im Köcher haben, um auf Krisen reagieren zu können und bereitet sich entsprechend vor, berichtet Bloomberg. 

Die Währungshüter sollen Kreisen zufolge an einem Instrument arbeiten, mit dem der EZB-Rat Stress auf dem Bondmarkt bekämpfen kann, wenn dieser durch äußere Schocks verursacht wird. Es sehe derzeit nicht danach aus, dass ein solches Instrument in Kürze vorgestellt wird. Auch sei nicht entschieden, ob es als Notfallprogramm öffentlich gemacht werden soll, oder ob es unter Verschluss bleibt, bis es benötigt wird.

Die Vorbereitungen hinter den Kulissen lassen erahnen, wie sich die Zentralbanker für den Fall wappnen, dass die Bondmärkte nach mehr als sieben Jahren fast ununterbrochener Anleihekäufe durch die EZB nun ohne groß angelegte Interventionen auskommen müssen.

Diskussionen
Bereits im vergangenen Jahr diskutierten die Ratsmitglieder über ein vorsorgliches Instrument gegen sogenannte Fragmentierungsrisiken. Die Vertreter der Peripherie plädierten dabei für ein Vehikel mit Lizenz zum bedingungslosen Ankauf, während die Kollegen aus den Kernländern auf Restriktionen bestanden.

Die Debatte wurde beigelegt, als der EZB-Rat im Dezember zu dem Schluss kam, dass zusätzliche Flexibilität bei der Reinvestition von fällig werdenden Anleihen aus dem Notfallportfolio ausreichen würde. Doch das bevorstehende Ende der quantitativen Lockerung und die zunehmende Unsicherheit über die Auswirkungen des russischen Krieges in der Ukraine haben bei einigen Geldpolitikern erneut Bedenken geweckt.

Vertreter des EZB-Rates wie Philip Lane haben bereits angedeutet, dass sie die Möglichkeit weiterer Turbulenzen im Hinterkopf haben. Am 2. März argumentierte der Chefvolkswirt, dass “sich selbst erfüllende grenzüberschreitende Flucht in die Sicherheit” ein inhärentes Risiko sei.

“Die EZB hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der Lage ist, flexible Instrumente zu entwickeln, um auf angespannte Bedingungen zu reagieren”, sagte Lane. Die Bank werde “bei Bedarf neue politische Instrumente in Betracht ziehen, um ihr Ziel der Preisstabilität zu erreichen.”

Noch ist die Lage ruhig
Derzeit blinken auf dem Markt für Anleihen der Eurozone kaum Warnlampen. Zwar sind die Renditen durch die Bank steil angestiegen. Doch der Renditeabstand zwischen Kern und Peripherie hat sich kaum verändert. Das zeigt an, dass die höheren Renditen eher die wirtschaftliche Erholung von der Pandemie widerspiegeln als Sorgen über die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung.

Die Coronavirus-Krise im Jahr 2020 hat jedoch gezeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können. Die EZB sah sich gezwungen, innerhalb weniger Tage ihr PEPP-Backstop zu schaffen. (aa)

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