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EZB-Milliarden für Italien?

Über 956 Milliarden Euro Forderungen hatte die Deutsche Bundesbank Ende September gegen das Target-System, über das der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr im Euroraum abgewickelt wird. Target-Salden sind aber keine Kredite.

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Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW
© LBBW

Dabei erhöhen sich die Forderungen der Bundesbank, wenn einer Geschäftsbank in Deutschland Liquidität aus dem übrigen Euroraum zufließt. Fließt Liquidität aus Deutschland ab, vermindert sich der Target-Saldo. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Zahlung ein Warenkauf, ein Kredit oder eine Guthabenverlagerung zugrunde liegt. Es geht nur um die Zah-lung an sich. Gezahlt wird mit Zentralbankgeld, d.h. mit Guthaben einer Geschäftsbank beim Eurosystem, genauer bei der Zentralbank ihres Heimatlandes. Die Gegenposition einer Tar-get-Forderung ist die Target-Verbindlichkeit der Zentralbank des Landes, aus welchem die Liquidität abfließt. Die größten Verbindlichkeiten weisen derzeit die Notenbanken Italiens (493 Milliarden Euro) und Spaniens (389 Milliarden Euro) auf.

Der Target-Saldo als „Dispo-Kredit“?
Spanien und Italien gehören zugleich zu den Euro-Staaten mit beängstigend hohem Schuldengebirge. Daher stellen einige Beobachter einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Target-Salden und den Schuldenständen der Euro-Länder her. Dazu Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW: "Allerdings trifft dies höchstens indirekt zu. Der eigentliche Kreditvorgang hat vor der Target-Zahlung stattgefunden. Wenn eine italienische Geschäftsbank Euro nach Deutschland überweisen will, muss sie ein Euro-Guthaben bei der Banca d’Italia aufweisen. Sie kann dies Guthaben zwar im Zuge einer Refinanzierungsoperation mit der italienischen Notenbank geschaffen haben, aber dann ist dies ein Kredit der Banca d’Italia an die Geschäftsbank und nicht etwa ein Kredit der Bundesbank. Die Refinanzierung bleibt auch nach Abfluss der Liquidität Richtung Deutschland als Forderung in der Bilanz der Banca d‘Italia."

EZB-Wertpapier-Kaufprogramm treibt Target-Salden seit 2015 hoch
Der Ausweitung der Target-Salden seit ca. 2015 liegen vor allem die Wertpapierkäufe des Eurosystems zugrunde. Indem EZB und nationale Notenbanken Staatsanleihen kaufen, erhöhen sie vor allem die Liquidität in den Ländern mit bedeutenden Finanzplätzen wie Amsterdam, Luxemburg und Frankfurt, denn dort werden die Anleihen großenteils erworben, weiß Burkert.

Salden nach Ende der Assetkäufe wohl erst seitwärts
Diese Anleihekäufe sind Instrument der Geldpolitik der EZB/des Eurosystems. Sie sollen Ende 2018 auslaufen. Allerdings dürften die Target-Salden nicht ab Januar 2019 schrumpfen, meint Burkert: "Vielmehr erwarte ich, dass sie zunächst in der erreichten Höhe stehen bleiben, denn das Eurosystem wird zunächst Fälligkeiten aus dem laufenden Anleihekaufprogramm wieder anlegen."

Interbankenmarkt muss wieder friktionsfrei arbeiten, um Salden zu verringern
Nachhaltig verringern werden sich die Target-Salden seines Erachtes erst, sobald der Interbankenmarkt im Euroraum friktionsfrei funktioniert. Denn nur dann werden die Geschäftsbanken überschüssige Liquidität wieder an Banken aus Ländern mit Target-Verbindlichkeiten verleihen und so die Target-Salden reduzieren. Hierfür müssen Voraussetzungen geschaffen werden. Burkert: "Dazu gehören ein weiterer Abbau der Quote leistungsgestörter Kredite in den Geschäftsbankensektoren des Südens sowie eine nachhaltige Konsolidierung der Staatsfinanzen dieser Länder, um das systemische Risiko zu reduzieren." (kb)

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