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EZB macht einen guten Job, auch wenn es viele nicht glauben möchten

Mario Draghi hat gesprochen: Die EZB will mit einer Verlängerung ihrer Niedrigzinspolitik und günstigen Krediten die Wirtschaft stützen. Prompt hagelt es Kritik von allen Seiten. Die einen stoßen sich am Zeitpunkt, andere an Geldspritzen für Banken, Dritte daran, dass die Zinswende verschoben wurde.

 Reinhard Panse, CIO des Multi-Family-Office HQ Trust
„Die EZB macht einen guten Job“, sagt Reinhard Panse, CIO von HQ Trust und widerspricht damit vielen Kritikern der EZB-Politik.
© HQ Trust

Wie schwer es für die EZB seit vielen Jahren ist, den Zinssatz in der optimalen Höhe festzulegen, zeigt eine HQ Trust-Analyse mit Hilfe der Taylor-Regel: Die wirtschaftlichen Bedingungen sind in den Ländern der Eurozone so unterschiedlich, dass die Leitzinsen in Griechenland bei -2,2 Prozent liegen sollten – und in den Niederlanden bei 5,0 Prozent (siehe Chart unten).

Taylor-Regel
Die vom Ökonomen John Taylor in den 1990er Jahren entwickelte Taylor-Regel zählt zu den wichtigsten Formeln, um die Zinspolitik von Zentralbanken zu bewerten. Die Regel fußt auf der Annahme, dass Geldpolitik die Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Inflationsrate und die konjunkturelle Entwicklung berücksichtigen sollte. Mir ihr können Investoren einschätzen, wie stark die Diskrepanz zwischen den geldpolitischen Bedürfnissen der Staaten der Eurozone ausfällt.

Der optiomale Zins sieht für jeden Euro-Staat anders aus

Was für Griechenland gut wäre, ist es nicht für Holland - und umgekehrt
„Es kann keinen Zins geben, der in einem Währungsverbund für alle optimal ist“, sagt Reinhard Panse, der drei Ebenen des Problems sieht: Was die Zeit anbelangt, so hätte die EZB vor 2006 den Zins wegen des Immobilienbooms in Irland, Spanien und Portugal gerne angehoben. Aber da habe es den kranken Mann Europas gegeben, der den niedrigen Zins brauchte: Deutschland. Zudem werde es immer einen Interessenkonflikt zwischen reichen und armen Regionen geben. Panse dazu: "Auch in Deutschland sollte es unterschiedliche Zinssätze für  München und Sachsen-Anhalt geben.“ Auch der Interessensuasgliech sei alles andere als einfach: „Für Sparer sind die Zinsen viel zu tief. Für eine Firma, die kurz vor dem Bankrott steht, sind sie viel zu hoch.“

Fazit
„Zum Glück muss sich die EZB nicht an einer Wählermehrheit orientieren. Ansonsten würde sie vielleicht den Zinssatz deutlich anheben. Das könnte zu einer schweren Wirtschaftskrise führen.“ „Manchen Kritikern wäre es offenbar Recht, spo Panse weiterm wenn die EZB für jeden einzelnen Bürger eine eigene Zentralbank bauen würde. Dann gäbe es in Europa 500 Millionen verschiedene Zinssätze, die dann ungefähr passten. Sein Résumé lautet: „Die EZB macht einen guten Job.“ (kb)

 

 

 

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