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EZB-Klimastresstest für Banken fällt milder aus als gedacht

​Der wegweisende Test der Europäischen Zentralbank zur Widerstandsfähigkeit der Banken gegenüber den finanziellen und wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung ist informierten Kreisen zufolge weitaus glimpflicher ausgefallen als viele Institute erwartet hatten.

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© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Selbst die härtesten hypothetischen Szenarien des Klima-Stresstests hätten nicht zu Verlusten geführt, die eine nennenswerte Lücke in ihre Kapitalpolster gerissen hätten, berichtet Bloomberg News. Dies sagten Vertreter von sechs großen Banken im Euroraum, die an dem Test teilnahmen. Die EZB will die Ergebnisse des Tests am 8. Juli 2022 veröffentlichen.

Test war als Übung gedacht
Im Rahmen des Tests sollten die Banken etwa abschätzen, welches Risiko ihnen droht, wenn zunehmende Überschwemmungen den Wert von Immobilien schmälern, oder wenn steigende CO2-Preise Unternehmenskunden in die Pleite treiben. Obwohl der Test vor allem als Übung gedacht war, nutzt die Branche nun die Ergebnisse, um sich gegen die Vorstellungen einiger Aufseher zu wehren, die ihnen höhere Rücklagen für Klimarisiken aufbrummen wollen.

Verschiedene Szenarien
Bloomberg sprach über den Test mit Banken aus vier Ländern. Alle erklärten, dass sie in den Szenarien der Übung über ihren Mindestkapitalanforderungen bleiben würden. Zu diesen Szenarien gehört auch ein “Hot House”, in der die Politik keine Maßnahmen ergreift und die globale Erwärmung auf etwa 3,0 Grad Celsius ansteigt.

Banken atmen auf
Die hypothetischen Ergebnisse sind eine Erleichterung für die Banken, die an Stresstests gewöhnt sind, bei denen große wirtschaftliche Schocks berücksichtigt werden, um ihre Finanzkraft zu bewerten. Führende Mitarbeiter der Institute sagten, dass sie von mildernden Faktoren profitieren, etwa der zeitlichen Spreizung der Verluste und der Möglichkeit, ihre Bilanzen in den kommenden Jahrzehnten anzupassen. Die EZB hat bereits vorab erklärt, dass sie bei der Veröffentlichung der Ergebnisse keine Zahlen für einzelne Banken ausweisen wird, und dass er keine Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen haben würde. Die EZB hatte den Banken vorgeworfen, dass ihre Datenbasis und ihre Modelle nicht ausreichend zur Berechnung des Risikos seien, das durch den Klimawandel entsteht. Der erste Test bezieht sich zudem nur auf einen Teil der Bankbilanzen, so dass er womöglich kein vollständiges Bild der Risiken vermittelt.

Datenlücken
“Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei diesem Thema schon ein Konzept für die Treffsicherheit haben”, meint Fernando de la Mora, ein Managing Director bei Alvarez & Marsal, eine Beratungsfirma, die Banken bei dem Test unterstützt hat. “Es gibt eine Bandbreite von Ergebnissen bei den Banken für dieselben Kunden, große Datenlücken und die Modelle sind nicht getestet oder nur für diese Übung entwickelt.”

Im gefürchteten “Hot-House”-Szenario trugen niedrigere Energiepreise dazu bei, die schwerwiegenden Auswirkungen auf die Wirtschaft auszugleichen, sagte ein Banker. Ein langsameres Kreditwachstum in diesem Zeitraum bedeutete auch, dass die Banken weniger zu verlieren hatten, so ein anderer. Ein weiteres Szenario geht aus von einem ungeordneten Übergang, bei dem Regierungen gezwungen sind, die Preise für CO2-Emissionen zu erhöhen, nachdem sie es zunächst versäumt haben, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Dieses Szenario führt zu einem höheren Anteil an notleidenden Krediten, so die Befragten.

Banken hätten genügend Zeit, Kreditvergabe an risikoreichere Kunden zu verringern
Generell reichen die Erträge der Banken in den verschiedenen Szenarien zum Ausgleich der Verluste aus, so die Befragten. Ein Schlüsselfaktor in den langfristigen Szenarien war auch, dass die Banken davon ausgehen konnten, dass sie die genügend Zeit hätten, die Kreditvergabe an risikoreichere Kunden wie Stahlhersteller oder Betriebe der intensiven Landwirtschaft zu reduzieren.

Nächster Klima-Stresstest wird wohl härter
Die Banker sagten allerdings, dass der nächste Klima-Stresstest strengere Parameter verwenden könnte. Er wird möglicherweise im nächsten Jahr von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA durchgeführt. (kb)

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