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EZB erwägt Obergrenze für riskanteste Leveraged Loans bei Banken

Die EZB erwägt offenbar Beschränkungen für die risikoreichsten Leveraged Loans in den Kreditbüchern der Banken. Hintergrund sei die Befürchtung, es könne auf dem Markt für Kredite an hochverschuldete Unternehmen zu Verwerfungen kommen, berichten mit der Diskussion vertraute Kreise an Bloomberg.

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© nmann77 / stock.adobe.com

Der EZB-Aufsichtsrat hat diskutiert, ob neu aufs Buch genommene Kredite besonders verschuldeter Unternehmen auf einen bestimmten Anteil der Bilanzsumme begrenzt werden sollten, sagen die nicht genannt werden wollenden Personen gegenüber Bloomberg News.  Einige EZB-Mitglieder seien jedoch skeptisch und wollen die Banken gewähren lassen, wenn diese zeigen könnten, dass sie das Risiko angemessen managen, so die Informanten weiter.  Die Diskussion sei in einem frühen Stadium, und Obergrenzen könnten am Ende verworfen werden.

Leveraged Loans haben 2021 vor allem in den USA einen Höhenflug erlebt
Ein Grund dafür ist, dass Private-Equity-Firmen sich aus Unternehmen herausziehen, ein anderer die Suche nach Rendite. Die Deutsche Bank etwa ist in dem lukrativen Geschäft seht aktiv und wäre sehr stark betroffen, wenn es zu der Deckelung käme.

US-Präsenz: Bei amerikanischen Leveraged Loans führt die deutsche Bank in Europa

Der Leveraged-Loans-Bereich der Frankfurter Geldhauses erwirtschaftete 2020 einen Ertrag von mehr als 300 Millionen US-Dollar und war führend an einigen der größten Deals beteiligt, etwa einem 23 Millarden US-Dollar schweren Kredit an T-Mobile zur Übernahme des Konkurrenten Sprint.

Wer kauf die Leveraged Loans den Banken in der Krise ab?
Typischerweise verkaufen Banken den Großteil ihrer Leveraged Loans an Investoren weiter und behalten nur einen kleinen Teil auf dem eigenen Buch. Eine der Sorgen der Aufseher ist, ob es im Abschwung weiter Käufer für die Kredite geben wird. Schon vor der Pandemie hatten die Währungshüter den Banken geraten, bei Leveraged Finance vorsichtig zu sein.

Deutsche Bank hat bereits reagiert
Die Deutsche Bank hatte bereits nach Feedback von Seiten der EZB ihre Risiken in diesem Bereich reduziert, sagte Finanzvorstand James von Moltke im Juli. Zuvor hatte Bloomberg berichtet, dass der Bank höhere Kapitalanforderungen drohen würden, wenn sie bei Leveraged Loans nicht kürzer trete. Die Erträge der Frankfurter aus dem Kreditgeschäft stiegen im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 416 Millionen Euro. Die Bank verwies darauf, dass “der Bereich Leveraged Debt Capital Markets deutlich von einer hohen Aktivität an den Märkten profitierte” und damit “die Normalisierung im Geschäft mit Anleihen guter Bonität (Investment Grade) mehr als ausglich”.

Neben der Deutschen Bank gehören Barclays, BNP Paribas und Credit Suisse Group zu den größten europäischen Akteuren in dem Geschäft.

Lockerung der Kreditvergabestandards beobachtet
Die EZB behält die anwachsenden Risiken im Bereich Leveraged Finance jedenfalls weiter im Blick, erklärte Elizabeth McCaul, ein Mitglied des EZB-Aufsichtsrats, in einer Rede am Mittwoch. “Wir sind besorgt über die zunehmenden Risiken im Markt für Leveraged Loans, der getrieben ist von der Suche nach Rendite in einem Umfeld anhaltend niedriger Zinsen”, sagte McCaul. Die Zunahme der Emissionen werde überdies “von einer Lockerung der Kreditvergabestandards begleitet”. (kb)

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