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EZB-Dividendenempfehlung wird nicht von allen Banken beachtet....

Wäre hätte das gedacht: Eine kleine finnische Bank, konkret die Alandsbanken Abp, missachtet unverhohlen die europäischen Richtlinien für Dividenden, weil es ihrer Einschätzung nach langfristig riskanter wäre, die eigenen Aktionäre zu ignorieren.

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Jyri Helenius (Bild) leitet bei der Finanzregulierungsbehörde in Helsinki den Bankenbereich. 
© Archiv

Alandsbanken Abp gab tatsächlich am Freitag, dem 1. Januar 2021, den Beschluss bekannt, den Empfehlungen der finnischen Finanzaufsichtsbehörde und im weiteren Sinne der Europäischen Zentralbank nicht zu folgen. Grund dafür sei, dass die Gewinne im Jahr 2019 “die höchsten in der hundertjährigen Geschichte der Bank waren”, wie Bloomberg berichtet.

Klein, aber oho
Die EZB hatte die Banken der Region aufgefordert, sich angesichts der anhaltenden Pandemie und der damit verbundenen Wirtschaftsrisiken mit Dividenden und Aktienrückkäufen zurückzuhalten. Doch Alandsbanken kritisierte, dass diese regulatorische Empfehlung keinen Unterschied mache “zwischen der stärksten und der schwächsten Bank in Europa”.

Ausschüttungsquote fast 60 Prozent
Das Board sei der Ansicht, “dass die langfristigen Risiken für die Bank möglicherweise größer sind, wenn wir uns - basierend auf unserem aktuellen Ertrags- und Risikoniveau - dafür entscheiden, der aufsichtsrechtlichen Empfehlung zu folgen, statt anzufangen, den anderen wichtigen Stakeholder-Gruppen der Bank Rechnung zu tragen”, hieß es in der Mitteilung. Alandsbanken schlägt für 2019 eine Gesamtdividende von einem Euro pro Aktie vor. Dies entspricht 59 Prozent des Ergebnisses je Aktie und ist fast das Vierfachen der EZB-Richtlinie für Ausschüttungen.

Finnische Bankenaufsicht not amused
Der Chef der finnischen Bankenaufsicht bedauerte die Entscheidung in einem Interview mit Bloomberg. “Wir erwarten, dass die Banken der Empfehlung folgen, können sie aber nicht rechtlich bindend machen”, sagte Jyri Helenius, der bei der Finanzregulierungsbehörde in Helsinki den Bankenbereich leitet. “Es ist schade, dass eine finnische Bank diesbezüglich von der gemeinsamen europäischen Linie abweicht.”

EZB hebt Bankdividendenverbot auf, setzt 15 Prozent-Obergrenze
Im vergangenen Monat hatte die EZB ihr De-facto-Verbot von Dividenden aufgehoben, die Banken jedoch dazu angehalten, die Ausschüttungen an die Anteilseigner für 2019 und 2020 auf weniger als 15 Prozent des Gewinns oder 0,2 Prozent ihrer Kernkapitalquote zu begrenzen - je nachdem, welcher Wert niedriger ist. Damit zeigte sich die EZB strenger als andere Aufseher wie beispielsweise die Bank of England.

Die größten Banken der Eurozone werden direkt von der EZB überwacht, kleine Banken fallen unter die Zuständigkeit der nationalen Regulierungsbehörden. Einigen kleineren Banken im Staatenbund wurden Dividendenzahlungen erlaubt, und die deutsche Finanzaufsicht BaFin erklärte, sie werde Auszahlungen zulassen, wenn die Banken über ausreichend Finanzkraft verfügen. (kb)

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