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EZB: Christine Lagarde und Yves Mersch lassen parallel aufhorchen

Die EZB erwägt, den Spielraum für die Erreichung ihres Inflationsziels zu erweitern. Das sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Konferenz "The ECB and its Watchers" in Frankfurt. Yves Mersch wiederum sagte in Linz, eine europäische Bad Bank brauche eine vollendete Bankenunion.

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Voller Ideen steckt offenbar die Europäische Zentralbank.
© Tobias Arhelger / stock.adobe.com

Es stellt sich die Frage, ob sich Zentralbanken dazu verpflichten sollten, nach längeren Zeiten mit unterschrittenem Inflationsziel auch einmal einen höheren Preisdruck für eine gewisse Zeit zu akzeptieren. Eine solche Strategieänderung hatte kürzlich erst die US-Notenbank  angekündigt.

Nach der Fed deutet auch Lagarde Änderungen beim Inflationsziel an
"Wir müssen die Kräfte, die heute die Inflationsdynamik antreiben, gründlich analysieren und überlegen, ob und wie wir unsere Strategie als Reaktion darauf anpassen sollten", betonte Lagarde, wie der "Bankenbrief" berichtet. "Wir sollten ein Inflationsziel haben, das glaubwürdig ist und das die Öffentlichkeit leicht verstehen kann."

Bundesbank-Chef Jens Weidmann erneuerte seine Kritik an Staatsanleihekäufen
Deren großvolumige Käufe "können ein legitimes und wirksames Werkzeug der Geldpolitik sein, aber sie beinhalten das Risiko einer Verwischung von Geldpolitik und Fiskalpolitik", sagte Weidmann auf der selben Konferenz. Im Euroraum, wo die Fiskalpolitik weitgehend in den Händen der 19 Mitgliedstaaten liege, sei das ein spezielles Problem. Der Notenbank-Präsident warnte, dass die EZB ihre Unabhängigkeit zu verlieren drohe, je weiter sie ihr Mandat – die Bewahrung von Preisstabilität – interpretiere.

Linz: EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch zu Bad Bank-Ideen
 Der Aufbau einer europäischen Bad Bank ist aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch ohne die Vollendung der Bankenunion kaum vorstellbar. Es fehle schließlich noch eine gemeinsame europäische Einlagensicherung, betonte der Währungshüter am Mittwoch auf der Bankenkonferenz, wie Reuters berichtet. Die europäische Bankenunion besteht aus drei Säulen: Zunächst die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angedockte Bankenaufsicht. Dazu kommt die EU-Behörde zur Abwicklung maroder Banken. Dritte Säule soll eine europäische Einlagensicherung sein (EDIS), die wegen starker politischer Widerstände bislang noch nicht steht.

EZB hat offenbar konkrete Bad Bank-Pläne
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat gewarnt, die Corona-Krise stelle die Bankenbranche vor beträchtliche Herausforderungen, falls es vermehrt zu Kreditausfällen und Firmenpleiten kommen sollte. Angesichts dieser Aussichten treibt die EZB offenbar konkrete Pläne für eine Art Bad Bank zum Abfedern möglicher neuer wirtschaftlicher Schockwellen in der Corona-Pandemie voran. Wie Insider der Nachrichtenagentur Reuters bereits im Sommer mitteilten, ist dazu eine Projektgruppe eingesetzt worden. Diese habe Vorbereitungen für eine europäische Sammelstelle verstärkt, in der Hunderte Milliarden Euro an toxischen Krediten landen könnten. (kb)

 

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