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Europas Regulierung für nachhaltige Finanzen fördert globalen Wandel

Der EU-Rahmen für nachhaltige Finanzen verändert den Markt für nachhaltige Investments. Die Regulierung wird Innovationen und eine besser Offenlegung fördern und neue Unternehmen auf den Markt bringen. Die Auswirkungen werden weit über die Grenzen Europas hinaus zu spüren sein, meint NNIP.

Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN Investment Partners
Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN Investment Partners
© NN IP

Die Weichen sind und werden in Richtung mehr Nachhaltigkeit gestellt: So hat die wegweisende europäische Regulierung für nachhaltige Finanzen starke Auswirkungen auf den Markt für nachhaltige Investitionen. Dies soll neue, grüne Unternehmen schaffen, fördert eine bessere Offenlegung und setzt ein Zeichen für die restliche Welt, so NN Investment Partners (NN IP). Zur Erinnerung: Die EU ist weltweit führend bei der Bekämpfung des Klimawandels und der Umweltzerstörung. Sie strebt an, bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr zu verursachen und das Wirtschaftswachstum vom Einsatz natürlicher Ressourcen abzukoppeln.

Es besteht laut NNIP, ein für seine Nachhaltigkeitsfonds bekannter Anbieter, ein dringender Bedarf an mehr nachhaltigen Investments. NNIP untermauert dies mit folgenden Zahlen: Der Europäischen Kommission zufolge werden jährlich 180 Milliarden Euro zusätzlich benötigt, um Europa bis 2030 auf den Weg zu ökologischer und sozioökonomischer Stabilität zu bringen.

Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN Investment Partners, sagt: „Der neue europäische Rechtsrahmen für nachhaltige Finanzen wird den Übergang zu einer integrativeren, klimaneutralen Wirtschaft vorantreiben. Er soll die Markttransparenz erhöhen und Investments in Unternehmen lenken, die an der Lösung unserer dringendsten Herausforderungen arbeiten. Für Investoren eröffnen die Regularien eine Vielzahl von Möglichkeiten, attraktive Renditen zu erzielen und gleichzeitig Gutes zu tun.”

Förderung der Offenlegung
Der Aktionsplan der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzen umfasst die Verordnung über die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Finanzen (Sustainable Finance Disclosure Regulation - SFDR). Diese verpflichtet Vermögensverwalter und Finanzberater, Anleger darüber zu informieren, wie sie Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen in ihre Anlageentscheidungen und -empfehlungen einbeziehen. Die EU verschärft zudem auch die Offenlegungsstandards für Nicht-Finanzunternehmen im Rahmen der Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen.

Indem Unternehmen verpflichtet werden, eine Fülle von Nachhaltigkeitsdaten zu erstellen und offenzulegen, können Investoren ihr Kapital in Firmen und Projekte lenken, die in der Lage sind, beim Übergang zu einer "grüneren, gerechteren" Wirtschaft zu florieren. Die EU-Taxonomie – ein grünes Klassifizierungssystem – dürfte laut NNIP einen wesentlichen Beitrag zu den Klima- und Umweltzielen der EU leisten.

Breite Palette an Möglichkeiten
Neben der Fülle an Daten, die das EU-Regelwerk generieren wird, wird die nach Einschätzung von NNIP auch zu neuen Anlageprodukten und -möglichkeiten in verschiedenen Anlageklassen führen. Unternehmen würden über die Reduzierung ihres Klima-Fußabdrucks hinausgehen und viele der dringendsten Probleme der Welt angehen. Viele Unternehmen entwickeln innovative Lösungen, die von Recycling über Wasseraufbereitung und Energieinfrastruktur bis hin zur Kohlenstoffabscheidung reichen. Über das Klima hinaus werden Regulierungsbehörden und Investoren immer mehr Gewicht auf soziale Fragen legen, um Lösungen in Bereichen wie Gesundheit und Bildung voranzutreiben.

Aktien und Green Bonds
Für die Anleger bedeutet dies ein breiteres Spektrum an Aktien, die sich an der EU-Taxonomie orientieren werden. Bei den festverzinslichen Wertpapieren werden die Unternehmen verstärkt Green Bonds ausgeben, die den neuen EU-Standards entsprechen und es den Anlegern ermöglichen, gezielt auf bestimmte Projekte zu setzen. Investoren werden wahrscheinlich auch eine immer wichtigere Rolle bei der alternativen Finanzierung spielen, indem sie Unternehmen und Projekten, die traditionell auf Banken angewiesen sind, wichtige Finanzierungen zur Verfügung stellen.

EU will mit gutem Beispiel vorangehen
Die Auswirkungen des EU-Regelwerks werden weit über Europa hinaus zu spüren sein. Heinsbroek dazu: „Der ‚Brüsseler Effekt‘ hat dazu geführt, dass Länder auf der ganzen Welt begonnen haben, ähnliche Regeln und Vorschriften wie die der EU als globale Best Practice zu übernehmen. In den Schwellenländern, in denen viele der vom Klimawandel am stärksten bedrohten Länder zu finden sind, bedeutet dies, dass europäische Investitionen leichter in diese Volkswirtschaften fließen können und europäische Investoren eine höhere Nachhaltigkeitsrendite erzielen können.“

Einige Länder, wie z. B. Südkorea, haben bereits Vorschriften zur Förderung der Nachhaltigkeit erlassen. In der gesamten Region prüfen Regulierungsbehörden und Unternehmen, wie sie zumindest einige der EU-Bestimmungen übernehmen und umsetzen können. Viele Unternehmen in Asien sind sehr daran interessiert, den EU-Nachhaltigkeitsrahmen einzuhalten, da dies ihnen helfen wird, Investoren zu gewinnen und ihre Performance zu verbessern.

Heinsbroek ergänzt: „Es wird einige Zeit dauern, bis die Auswirkungen des Regelwerks auf den Markt für nachhaltige Anlagen voll zum Tragen kommen. Während ein Großteil der primären Rechtsvorschriften bereits in Kraft ist, sind die detaillierteren Bestimmungen, die sogenannten Stufe 2, die zur Umsetzung des Maßnahmenpakets erforderlich sind, noch in Arbeit. Dennoch sind die Aussichten für nachhaltige Investitionen klar. Anleger, die ihre Portfolios so positionieren, dass sie von den kommenden Änderungen profitieren, können langfristig attraktive Renditen erzielen und einen immer größeren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten.“ (aa)

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