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Europäische Einlagensicherung: Jan Krahnen mit Rückversicherungslösung

SAFE-Direktor Jan Krahnen spricht sich für eine Aufteilung zwischen nationalen Erstversicherern und einem europäischen Rückversicherer für Spareinlagen aus, um die Bankenunion zu vollenden und den Bedenken einiger Staaten wie Deutschland Rechnung zu tragen.

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Jan Krahnen, Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE
© SAFE

Beim aktuellen Treffen der Finanzminister der Eurozone in Luxemburg geht es um die Vollendung der Bankenunion und damit verbunden um die Einführung einer europäischen Einlagensicherung („European Deposit Insurance System“, EDIS). Der Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE, Jan Krahnen, sieht darin einen Fortschritt, betont aber, dass eine europäische Einlagensicherung am besten in der Form einer Rückversicherung gestaltet werden sollte, um Fehlanreize zu vermeiden und Risiken für die beteiligten Länder zu minimieren.

Elegante Lösung via Rückversicherung vorgeschlagen
„Es ist wichtig, dass die weiteren Schritte hin zur Vollendung der Bankenunion besprochen werden. Dabei macht die Einrichtung einer europäischen Einlagensicherung das Projekt Bankenunion erst komplett, da so die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems nachhaltig gewährleistet wird”, sagt Krahnen. „Die Ausgestaltung der Einlagensicherung sollte allerdings dauerhaft in Form einer Rückversicherung organisiert sein.“

Dadurch wird drohende Vergemeinschaftung von Risiken von vornherein unterbunden
In einem SAFE White Paper hat Krahnen gemeinsam mit weiteren Autoren einen gangbaren Vorschlag für ein „European Deposit Reinsurance Scheme“ (EDRIS) entwickelt. Das Modell zielt darauf ab, eine Einlagenrückversicherung auf europäischer Ebene anzusiedeln, die bestehenden Risiken entgegenwirkt und eine drohende Vergemeinschaftung von Risiken von vornherein unterbindet. Im Kern sieht das EDRIS-Modell vor, die Einlagen von Sparer:innen im Wege einer nationalen Erstversicherung und einer europäischen Rückversicherung mit einer risikoadäquaten Prämiensetzung zu verbinden.

Fehlanreizen entgegenwirken
„In unserem Modell wird die gesetzliche Haftung bis zu einem bestimmten Betrag auf nationaler Ebene geregelt, bei höheren Schäden übernimmt die europäische Rückversicherung bis zu der gesetzlichen Obergrenze von 100.000 Euro. Der berüchtigte ‚doom loop‘ von Bankenschwäche und Staatsfinanzkrise kann so verhindert werden – und zudem können den nationalen Erstversicherungen wenn nötig auch Liquiditätshilfen gewährt werden“, erklärt Krahnen. Die Finanzierung könnte über Mittel aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) erfolgen.

Aufsicht im EDRIS-Modell soll nach dem Subsidiaritätsprinzip geregelt werden
Erstversicherer überwachen „ihre“ Banken, legen risikoadäquate Prämien fest, und betreiben und verwalten nationalen Rettungsfonds. Zugleich werden die Erstversicherer vom europäischen Rückversicherer überwacht. Bei der Prämiensetzung von Erst-und Rückversicherung soll eine Differenzierung greifen, die Ausfallwahrscheinlichkeiten und zu erwartende Verluste nach Ländern und Kreditinstituten berücksichtigt.

Rückversicherung als Disziplinierungsinstrument mit Prämiendifferenzierung
„Eine Rückversicherung, wie wir sie vorschlagen, diszipliniert die Einlagenversicherer in einem europäischen Kontext. Das ist ein wichtiger Gestaltungsvorschlag, der einen Mehrwert erbringt: Mit der Prämiendifferenzierung kann Fehlanreizen entgegengewirkt und so letztlich auch Ländern Hilfe geboten werden, in denen beispielsweise ein ‚Bank Run‘ andere Banken mit zu Fall bringen würde“, führt Jan Krahnen aus. (kb)

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