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EU nimmt Praktiken ins Visier, die Meme-Aktien-Manie anheizen

Die Europäische Kommission plant ein Verbot von gewissen bei Onlinebrokern verbreiteten Gebührenmodellen wie etwa der Rückvergütung durch Handelspartner. Damit folgt Brüssel einem möglichen Vorstoß in den USA gegen eine Praxis, die während der Meme-Stock-Manie für Schlagzeilen sorgte.

Mairead McGuinness
Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, beobachtet Handelsexzesse.
© EU-Kommission

Die bevorstehende Überarbeitung der Europäischen Finanzmarktrichtlinie (Mifid) soll ein solches Verbot in Verbindung mit anderen Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz beinhalten, wie z.B. ein gesammeltes Verzeichnis von Transaktionsdaten, berichten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

PFOF könnte wohl verboten werden
Die US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission; SEC) prüft derzeit, Zahlungen zu verbieten, bei denen Market Maker einen Teil ihrer Marge mit Brokern teilen, wenn diese möglichst viel Geschäft von Kleinanlegern an sie weiterreichen - “payment for order flow” oder auch PFOF im Branchenjargon. Damit finanzieren App-basierte Neobroker wie Trade Republic oder Scaleable ihr gebührenfreies Angebot.

Causa Gamestop wirkt nach
Aufseher sind jedoch besorgt, dass dadurch für die Broker ein Anreiz entsteht, mit videospielähnlichen Eingabeaufforderungen exzessiven Handel zu fördern und damit zu explosionsartigem Zuwachs bei einzelnen Werten wie Anfang des Jahres GameStop und anderen beizutragen.

Daytrading
Während Daytrading in Europa weitaus weniger verbreitet ist als in den USA, beginnt der provisionsfreie Handel nun den Atlantik zu überqueren. Die EU-Börsenaufsicht warnte im Juli Unternehmen und Kleinanleger vor den Risiken, die sich aus dem Gebührenmodell der Bezahlung für den Auftragsfluss ergeben können.

Zuerst wird nur beobachtet
Mairead McGuinness, die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, sagte diesen Monat, dass die Aufsichtsbehörden die Praxis “genau beobachten”. Die Zahlung für den Auftragsfluss “kann dazu führen, dass Privatkundenaufträge nicht zu den für den Kunden günstigsten Bedingungen ausgeführt werden, sondern stattdessen zu den für die Makler profitabelsten Bedingungen”, so McGuiness in einer schriftlichen Antwort auf eine Frage eines EU-Parlamentariers.

Transparenz
Dagegen will die EU auch Preistransparenz einsetzen, etwa durch ein “consolidated tape”, also ein Verzeichnis aller Transaktionen auf europäischen Märkten, das die Möglichkeiten für Arbitragegeschäfte verringern würden. Die EU plant, für jede Anlageklasse ein eigenes “Tape” einzurichten, so die Boomberg-Informanten. (kb)

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