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ESG: Zwei Drittel der AI-Führungskräfte wünschen sich mehr Regulierung

Aufsichts- und Regulierungsbehörden würden nicht genug für die Regulierung von Nachhaltigkeitsstandards unternehmen, meinen Führungkräfte im Bereich Alternative Investments. Berater Duff & Phelps begrüßt den Kompromiss der EU-Institutionen im Hinblick auf die einheitliche Definition der Kriterien.

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© profit_image / stock.adobe.com

Eine Studie der internationalen Beratungsgesellschaft Duff & Phelps hat ergeben, dass rund zwei Drittel (67 Prozent) der Führungskräfte im Bereich Alternative Investments der Meinung sind, die Aufsichts- und Regulierungsbehörden würden nicht genug im Bereich der Regulierung von Nachhaltigkeitsstandards (ESG-Kriterien) unternehmen. Duff & Phelps befragte Anfang November 2019 hierzu Führungskräfte und Branchenexperten auf der jährlich stattfindenden European Alternative Investment Conference in London. ESG bezeichnet Faktoren, die die Auswirkungen eines Investments auf Umwelt und Gesellschaft beeinflussen, zum Beispiel der Energieverbrauch oder die Schadstoffemissionen eines Unternehmens. Für ethisch agierende Investoren stellen strengere ESG-Regulierungen sicher, dass die von ihnen geforderten Standards hinsichtlich Nachhaltigkeit und sozialer Auswirkungen ihrer Investments erfüllt werden. Denn Nachlässigkeit in diesen Bereich könnte gravierende Folgen haben.

Umweltbelastungen mit dem größten Einfluss auf die Wirtschaft
So denkt ein Drittel (33 Prozent) der von Duff & Phelps befragten Führungskräfte, dass Umweltbelastungen oder deren Folgen, wie zum Beispiel klimawandelbedingte Ressourcenknappheit, die Wirtschaft in Zukunft am meisten belasten werden. Für 30 Prozent der Befragten werden der demografische Wandel und die sich verändernden Bedürfnisse und Wünsche von Verbrauchern die weitreichendsten Folgen haben, gefolgt von politischen Trends wie dem Brexit (26 Prozent). Zudem waren viele der Befragten der Ansicht, dass es schwierig sei, ESG-Faktoren ohne universelle Standards zu quantifizieren. So sind drei Viertel aller Befragten (75 Prozent) der Meinung, dass ESG-Faktoren momentan nicht zuverlässig gemessen werden und damit für einen Kosten-Nutzen-Vergleich nicht herangezogen werden können.

EU-Kompromiss ist da
Die EU-Kommission arbeitet schon länger am Thema „Grüne Investments“ und hat dem Europäischen Parlament und dem Rat diesbezüglich Verordnungsvorschläge vorgelegt. Ein Vorschlag von Anfang 2019 strebt die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen an. Dieser soll unter anderem eine sogenannte EU-Taxonomie einführen, also gemeinsame Definitionen für die Akteure des Finanzsektors, um den Grad der ökologischen Nachhaltigkeit einer Investition messen zu können. Nun haben sich die drei EU-Institutionen – Kommission, Rat und Parlament – auf einen Kompromiss geeinigt: Demnach gibt es künftig drei verschiedene Kriterien, die den Grad an Nachhaltigkeit eines Finanzprodukts definieren (Grün, Transition, Enabling). Hierbei wurde auch auf Vorarbeiten internationaler und nationaler Organisationen wie der Global Reporting Initiative oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex zurückgegriffen. Diese hätten laut Duff & Phelps wichtige Vorarbeiten für gewisse Standardisierungen zum Reporting von ESG-Kriterien vorgenommen.

Strengere Regulierung hilft, Greenwashing zu verhindern
„Viele Führungskräfte im Bereich Alternative Investments sind der Meinung, dass gesellschaftliche, demografische und ökologische Faktoren die Wirtschaft von Grund auf verändern. So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein Großteil für strengere Regulierung ausspricht, um potentielle Greenwashing-Aktivitäten zu reduzieren. Leider scheint es derzeit noch ein bisschen wie im Wilden Westen zu sein, wenn es darum geht, wie Unternehmen ihre ESG-Faktoren messen oder an die Investoren berichten. Daher begrüßen wir den Kompromiss der EU-Institutionen, um mittels eines dreistufigen Modells die Vereinheitlichung voranzutreiben“, so Daniel Kittlauss, Managing Director bei Duff & Phelps.

Allgemein anerkannter Standard für die Messung von ESG-Faktoren ist das A und O
Dr. Timo Willershausen, ebenfalls Managing Director bei Duff & Phelps, sagt: „Gerade in der Europäischen Union kann der Finanzsektor einen großen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten, um zum Vorteil aller Europäer eine nachhaltige und sozialgerechte Wirtschaft in Europa zu fördern. Dafür braucht es allerdings einen allgemein anerkannten Standard für die Messung von ESG-Faktoren, wenn dieses Potenzial voll ausgeschöpft werden soll.“ Der Kompromiss der EU-Institutionen unterstreiche, welch großer Stellenwert der Finanzbranche beim Erreichen der Klimaziele beigemessen wird. Durch die neue Schwerpunktsetzung der Kommission unter Ursula von der Leyen gewinne das Thema eine neue Dynamik, so Daniel Kittlauss. (kb)

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