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ESG-Ratings sind längst nicht perfekt, meint AB

Um zu bewerten, welchen Einfluss der Klimawandel auf Unternehmen und ihren Aktienkurs hat, können institutionelle Investoren zu speziellen Ratings greifen. Die haben bislang aber einige gravierende Schwächen, sagt AB-Expertin Sara Rosner.

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Immer mehr Profianleger wollen umwelt- und sozialverträglich investieren – und immer mehr Analysehäuser wollen ihnen dabei helfen, passende Investments zu finden. Ratings, die solche auf das Thema Nachhaltigkeit spezialisierten Häuser vergeben, haben aber oft Schwächen, kritisiert Sara Rosner, Leiterin des Bereichs Umwelt-Research bei Alliance Bernstein (AB). "Jeder Anbieter hat eine eigene Herangehensweise an die Daten und Analysen, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen", sagt sie.

Eine Untersuchung von AB kommt zu dem Ergebnis, dass kein Anbieter von ESG-Ratings tatsächlich alle Anlageklassen und Märkte abdeckt. Einige Research-Häuser analysieren nur entwickelte Märkte, andere nur Aktien, und überhaupt kein einziger Rating-Anbieter beschäftigt sich bislang mit Optionen. Auch einige andere etwas speziellere Anlageklassen werden höchstens sehr begrenzt in ESG-Analysen einbezogen, stellt Rosner fest. Hinzu kommt, dass die Datensätze, auf denen die Analysen beruhen, oft inkohärent sind, weil die meisten Unternehmen nicht dazu verpflichtet sind, ihre Klimadaten offenzulegen, und es keine spezifischen Standards dafür gibt.

Fehlende Details, geringe Vergleichbarkeit
Die Modelle zur Szenario-Analyse ließen zum Teil ebenfalls zu wünschen übrig, bemängelt die AB-Expertin. "Viele Modelle müssen noch ausgefeilter sein, um zuverlässige Ergebnisse zu liefern, etwa bei Risiken", sagt sie. Die Chancen und Risiken, die der Klimawandel für ein national tätiges Unternehmen mit sich bringt, sind ohnehin schwierig zu bewerten. "Verschiedene Länder haben unterschiedliche CO2-Preise, Steuern, Märkte oder Reduktionsziele eingeführt, die theoretisch anteilig auf die Vermögenswerte eines multinationalen Unternehmens in diesen Ländern angewendet werden sollten", sagt Rosner. 

Die veröffentlichten ESG-Ratings schließlich lassen sich nur schwer vergleichen. "Einige Anbieter verwenden ein quantitatives Maß für den durch den Klimawandel gefährdeten Wert eines Unternehmens, einige wenige bieten einen Risikograd an. Wieder andere geben eine Punktzahl an, die Vergleiche zwischen Unternehmen ermöglicht, jedoch ohne größeren Kontext", berichtet Rosner. Ihr Rat an die Anwender der Ratings: Am besten jenes Modell verwenden, das am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. (fp)

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