Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Risikomanagement – offensiv die Chancen der Märkte nutzen

Die Experten von Union Investment gehen bewusst kontrollierte Risiken ein. Weil Risikomanagement auch Chancenmanagement bedeutet. Optimieren Sie Ihre Anlageergebnisse!

Anzeige
| Regulierung
twitterlinkedInXING

Erstes Schweizer Fintech mit Banklizenz ist die Flynt Bank

Die jüngste Bank der Schweiz ist ein Fintech für superreichen Kunden, die sogenannten High Net Worth Individuals (HNWIs).

fintech.jpg
© Jakub Jirsák / Fotolia

Die Flynt Bank, die gerade als Schweizer Fintech eine Banklizenz erhalten hat und deren Dienste sich nach eigenen Angaben für Personen mit einem Vermögen ab 25 Millionen Franken lohnen, ist bei der Zahl der Kunden inzwischen "fast in den zweistelligen Bereich" vorgedrungen. Das sagte CEO Stijn Vander Straeten in einem Interview mit Bloomberg. Anders als andere Banken verkauft das Unternehmen keine Produkte oder Beratungsdienste. Viel mehr bietet Flynt eine Internet-basierte Plattform an, mit deren Hilfe private und institutionelle Kunden ihre gesamten Aktiva und Passiva an einem zentralen Ort verwalten können - von Aktien über Immobilien bis hin zu Kunstwerken und Oldtimern. Vor diesem Hintergrund versteht sich die Firma aus Zug auch nicht als direkter Konkurrent von traditionellen Banken und Vermögensverwaltern. 

Virtuelle Plattform zur Verwaltung aller Aktiva und Passiva

"Die Vermögenden werden immer professioneller", sagte Vander Straeten. "Früher genügte das klassische Bankenangebot, heute verlangen die Kunden mehr Transparenz und Einflussmöglichkeiten. Flynt bietet eine virtuelle Plattform, auf der Kunden jederzeit volle Transparenz und die Möglichkeit haben, ihre Vermögensdaten selber zu aggregieren."

Werden die anderen Banken beim Datenzugang mitspielen?

Damit das Modell funktioniert, müssen Banken oder Asset Manager, bei denen die Vermögen der Kunden liegen, den Zugang zu den Kundendaten zulassen. Vander Straeten ist zuversichtlich, dass das klappt. "Unser Kundensegment verfügt aufgrund seiner Vermögensgröße über mehr Einfluss als ein Retailkunde und kann eine Bank eher dazu bewegen, uns den Zugang zu seinen Daten zu erlauben", sagte er. Nur einmal sei eine Vermögensverwaltung bislang nicht kooperativ gewesen. Der Kunde habe daraufhin sein Vermögen abgezogen und zu einer anderen Bank gebracht.

Bekanntes Gründergesicht: Gestern noch Leonteq, heute Flynt

Gründer von Flynt ist Jan Schoch. Er war auch einer der Initiatoren von Leonteq AG. Den börsennotierten Anbieter von Derivate-Investments-Produkten aus Zürich hatte Schoch bis vergangene Woche als CEO geleitet. Flynt beschäftigt aktuell 44 Mitarbeiter aus neun Nationen in Zug. Alles werde von der Schweiz aus gemacht, ein Offshoring finde nicht statt, sagte Vander Straeten, der selbst gebürtiger Belgier ist.

Neue Banken sind die Ausnahme

Dass in der Schweiz ein Unternehmen eine neue Bank-Lizenz erhält, läuft gegen den Trend. Allein im vergangenen Jahr reduzierte sich die Anzahl der Banken in der Schweiz von 266 auf 261, zeigen Daten der Schweizerischen Nationalbank. Zum Vergleich: 2007 verzeichnete das Land noch 330 Banken.

Komplexität, nicht die Höhe des Vermögens, bestimmt die Gebühren

Von anderen Banken unterscheidet sich Flynt dadurch, dass sich die Gebühren nicht an der Höhe des Vermögens bemessen, sondern daran, wie komplex ein Vermögen zusammengesetzt ist. Ein Kunde mit mehreren Depotbanken und Rechtsstrukturen zahlt entsprechend mehr. Vander Straeten erwartet für nächstes Jahr eine jährliche Durchschnittsgebühr von 25.000 bis 50.000 Franken für die Nutzung der Plattform.

Automatisierte Verwaltung wird angenommen

"Aktuelle Kundenbefragungen zeigen, dass sich mehr als 66 Prozent der US-Dollar-Millionäre vorstellen können, ein Teil ihres Vermögens automatisiert verwalten zu lassen. Fintechs waren die ersten im Markt mit solchen Angeboten", sagte Tobias Wolf, Leiter Banking bei Capgemini Consulting in der Schweiz, gegenüber Bloomberg. "Traditionelle Banken haben es in den vergangenen Jahren verpasst, entsprechende Produkte aufzubauen. Sie stehen nun vor der Herausforderung, diese Lücke schnell schließen zu müssen - entweder durch die Entwicklung eines eigenen Angebots oder durch die Kooperation mit einem FinTech.“ (kb)

 

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen