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Eigene Ratingregeln missachtet: Scope kassiert erneut Strafe

Die EU-Wertpapieraufsicht hat die Ratingagentur zur Zahlung einer Geldstrafe verdonnert. Begründung: Weil sich Scope nicht an die selbst auferlegte Analysemethode gehalten habe, verstieß sie gegen die EU-Regeln für Ratingagenturen verstoßen.

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© STUDIO GRAND OUEST / stock.adobe.com

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat gegen die Ratingagentur Scope eine Geldbuße in Höhe von 640.000 Euro verhängt. Sie beanstandet, dass sich Scope bei 559 von 622 Bewertungen von Covered Bonds nicht an die sich selbst auferlegte Ratingmethode gehalten und deren Überarbeitung nicht veröffentlicht habe.

In beiden Fällen, begründet ESMA, habe Scope die Verstöße fahrlässig begangen und sei ihrer besonderen Sorgfaltspflicht, die von einer Ratingagentur erwartet wird, nicht nachgekommen. 2015 hat Scope ihre Ratingmethode für Covered Bonds, zu denen auch der klassische Pfandbrief gehört, vorgestellt. Sie sah unter anderem eine dreigegliederte Analyse vor, in der zusätzlich zu einer Bonitätsprüfung des Emittenten auch der rechtliche Rahmen des Abwicklungssystems und der zugrunde liegende Deckungsstock untersucht werden.

Analyse des Deckungsstocks vernachlässigt
Bei der Analyse des Deckungsstocks sei es jedoch, so die ESMA, zu keiner systematischen Anwendung der selbst auferlegten Methodik gekommen. Die von Scope vorgeschlagenen Veränderungen, die das Unternehmen später auch umsetzte, hätten außerdem der ESMA angezeigt und die Interessengruppen zu einer Konsultation öffentlich eingeladen werden müssen.  

Scope bemüht sich seit Jahren um die Aufnahme in den Kreis der von der EZB berücksichtigten Ratingagenturen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Ende 2018 habe Scope eine erste Hürde genommen, indem sie die aus Sicht der Europäischen Zentralbank notwendige Mindestabdeckung von Anleiheemittenten und Schuldtiteln erfüllt hat. "Die ESMA-Strafe kann ein Rückschlag auf diesem Weg sein", schreibt die "FAZ".

Auch an anderer Stelle läuft es derzeit eher unrund für die Bonitäts-Notengeber: Das Berliner Landgericht hat Scope unlängst dazu verurteilt, Anlegern einen Schaden zu ersetzen, der durch eine zu optimistische Beurteilung einer Anleihe der Betreibergesellschaft des Kreuzfahrtschiffs "MS Deutschland" entstanden ist. (tw/ps)

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