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EbAV-II-Richtlinie gibt Pensionskassen freie Hand

Die europäischen Richtlinie über die Tätigkeiten und der Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung, kurz EbAV-II-RL (RL 2016/2341), gewährt Pensionskassen bei der Anlage mehr Freiheiten. Das gilt nicht nur für Adressen in Deutschland…

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Mag. Michaela Plank, Mercer: "Ob und wie die einzelnen Pensionskassen die neuen Freiheiten für sich nutzen werden, bleibt abzuwarten.“
© Mercer IC

Nicht nur in Deutschland wird derzeit fleißig an der Umsetzung der europäischen Richtlinie über die Tätigkeiten und der Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV-II-RL (RL 2016/2341) gearbeitet, sondern auch in Österreich hat diese Richtlinie Auswirkungen auf die Pensionskassenlandschaft.

Wie Mercer anmerkt, fallen mit der Umsetzung der überarbeiteten Pensionsfondsrichtlinie der EU aus heutiger Sicht ab 2019 für österreichische Pensionskassen alle Veranlagungsgrenzen weg. Zur Erinnerung: Bislang galten/gelten für bestimmte Anlagekategorien und Fremdwährungsanteile quantitative Obergrenzen, die im Pensionskassengesetz festgelegt waren. Mit der Überarbeitung der europäischen Richtlinie EbAV-II-RL, will die EU sicherstellen, dass die Pensionseinrichtungen „über ein angemessenes Maß an Investitionsfreiheit verfügen”, so der Richtlinientext. Dafür sollen in allen Mitgliedsstaaten strenge quantitative Obergrenzen für Anlageklassen abgeschafft werden. 

„Besonders die 30-Prozent-Grenze für Fremdwährungen hat die heimischen Pensionskassen in den vergangenen Jahren sehr eingeschränkt und sie auch Renditechancen gekostet“, erläutert Michaela Plank, Expertin für Betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich. „In einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld in den etablierten Industrieländern ist es für institutionelle Anleger umso wichtiger, in andere Märkte mit höheren Renditechancen zu diversifizieren.“ 

Risikomanagement auf Basis des "Prudent Person Principle"
In Österreich ist vorgesehen, dass sich per Jänner 2019 jede Pensionskasse selbst schriftliche interne Leitlinien für die frei zu wählenden Grenzwerte gibt. Es soll das in Europa weit verbreitete ‚Prudent Person Principle’ zur Anwendung kommen. Ähnlich dem altbekannten Prinzip des „ordentlichen Kaufmanns“ wird dabei den Gremien die Freiheit gelassen, so zu wirtschaften, dass sie für die Begünstigten das beste Ergebnis erzielen. Die regelmäßige Berichterstattung sowie die Stressüberprüfung durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) bleiben weiterhin bestehen bzw. werden leicht ausgebaut. 

„Die heimischen Pensionskassen verfügen schon jetzt über ein adäquates Risikomanagement, sodass sie diese Anlagerisiken in Eigenregie steuern können“, ist Plank überzeugt. „Ob und wie die einzelnen Pensionskassen die neuen Freiheiten für sich nutzen werden, bleibt abzuwarten.“ Da eine Anpassung der Anlagestrategie meist schrittweise vorgenommen wird, werden auch nicht gleich mit Inkrafttreten der neuen Bestimmungen im Jänner massive Änderungen erwartet. 

Grenzüberschreitende Pensionszusagen
Aufgrund des hohen Niveaus der bereits bestehenden internen Revisionsmechanismen und der Transparenz der Pensionskassen sind die sonstigen Elemente, die mit der EbaV-II-Richtlinie eingeführt werden, in Österreich praktisch schon heute erfüllt. Angepasst werden müssen noch ein paar Details bei den Informationspflichten gegenüber Pensionskassenberechtigten. Hier entfällt zum Beispiel die Vorgabe, dass alle Informationen schriftlich erfolgen müssen. „Fast alle Pensionskassen haben über die letzten Monate ihre Online-Portale zur Kommunikation rund um die Altersvorsorge verbessert und ausgebaut“, bestätigt Plank. 

Zusammen mit der „Portabilitätsrichtline“ (2014/50/EU) soll auch die EbAV-II die grenzüberschreitende Übertragung von Pensionsansprüchen innerhalb der europäischen Union erleichtern. So soll es für heimische Pensionskassen möglich sein, ausländische Firmen als Kunden zu werben. Umgekehrt können Anbieter aus anderen EU-Ländern in Österreich Pensionskassendienste anbieten. „Theoretisch waren diese Möglichkeiten bislang auch schon vorhanden, aber die neuen Richtlinien sollen die grenzüberschreitende Übertragung von Pensionszusagen vereinfachen“, erläutert Plank. „Das kann auch international tätigen Unternehmen helfen, ihre Pensionsverpflichtungen in einem Land zu bündeln.“ Ob und wie davon Gebrauch gemacht wird, ist aber noch schwer abzuschätzen. (aa)

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